Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Subventionen im Visier. PODIUMSDEBATTE / Diskutiert wurde über die Agrarförderung. Die Schlussfolgerung des Abends: “Geiz ist Geil“ muss weg, die Preispolitik muss verbessert werden.

Die Podiumsrunde: Herbert Triebaumer, Dagmar Tutschek, Gerhard Triebaumer, Ariane Umathum, Rainer Fanzler (Bio-Austria Burgenland), Irmi Salzer (ÖBV-Via Campesina Austria), Autor Hans WeissBBR  |  NOEN
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GOLS / Die Subventionen für Agrarbetriebe standen im Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion im Rahmen der Buchpräsentation „Schwarzbuch Landwirtschaft“ im Golser Kirchenwirt.

Der Wiener Autor Hans Weiss ist Spezialist für brisante Themen und weiß zu polarisieren. In seinem Buch vertritt er die These, dass durch die Art der Förderpolitik Großbauern, Funktionäre und Konzerne profitieren und kleine Landwirte daran zugrunde gehen.

Zur Podiumsdiskussion eingeladen waren Gerhard und Herbert Triebaumer (Winzerfamilie, Rust), Ariane Umathum (Weingut, Frauenkirchen), Irmi Salzer (Österreichische Bergbauernvereinigung - Via Campesina Austria) und Rainer Fanzler (Bio-Austria Burgenland).

Ariane Umathum wünscht sich eine anders strukturierte Art der Förderung: „Die Gelder sollten nicht an die Größe der Fläche gebunden sein, sondern geknüpft an andere Bedingungen ausbezahlt werden.“ Sie deutet damit auf Qualitätskontrollen der Produkte hin. Die Lebensmittel, die es im Supermarkt zu kaufen gäbe, wären immer schlechter.

Der Deutsch Jahrndorfer Rainer Fanzler gibt zu bedenken, dass sein Kleinbetrieb ohne ÖPUL-Förderungen und Ausgleichszahlungen der EU nicht überleben könnte. Er sieht diese Gelder jedoch als Konsumentenförderung, damit Produkte im Supermarkt billig verkauft werden können: „Das Fleisch kostet nicht mehr als in den 50er Jahren“, sagt er, „für alles andere geben die Leute mehr Geld aus als für das Essen“.

In die gleiche Kerbe schlagen die Brüder Herbert und Gerhard Triebaumer. Ihre Kritik gilt der Preispolitik. Betriebe müssen Grundprodukte zu Preisen verkaufen, die in keinerlei Relation mehr zu den Produktionskosten stehen. Folglich können diese Landwirte nur durch Ausgleichszahlungen überleben.