Erstellt am 13. Mai 2015, 14:43

112 Granaten entdeckt. An der Neusiedler Seebahn bei Pamhagen (Bezirk Neusiedl am See) wird derzeit nach Kriegsrelikten gesucht. In den vergangenen Tagen wurden neben den Bahngleisen im Boden 112 Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, berichtete die Polizei am Mittwoch.

 |  NOEN, LPD Burgenland
Schon im Vorjahr fand eine Suche statt, bei der 3,5 Tonnen Weltkriegsmunition zutage traten, so Geschäftsführer Gerhard Gürtlich.

Bei den im vorigen Sommer zwischen St. Andrä und Frauenkirchen entdeckten Granaten habe es sich zunächst um einen "Zufallsfund" gehandelt, schilderte Gürtlich. Bei Grabungen zum Verlegen eines Kabels waren Arbeiter in 1,40 m Tiefe auf die Kriegsmunition gestoßen. Sie lag an einer Stelle, die eigentlich geräumt sein müsste, sagte der Geschäftsführer.

Deshalb habe man sich dazu entschlossen, eine Firma mit der Suche zu beauftragen. Das Unternehmen, das auch für die ÖBB solche Untersuchungen durchführt, setzt Bodenradar ein, um mögliche Kriegsrelikte ausfindig zu machen. Das Radar habe so oft angesprochen, dass man sich dachte, "das sind keine Steine."

Entminungsdienst sorgt für Beseitigung

Heuer wurde die Suche fortgesetzt, da man aus Berichten wusste, dass in Kriegstagen auch in Pamhagen ein Zug "in die Luft geflogen" sei. Der neue Fund umfasst nach Polizeiangaben bisher 100 Panzersprenggranaten, sieben Spreng- und fünf Wurfgranaten. Eine Panzersprenggranate wiege rund zwölf Kilogramm, so Gürtlich. Auf den Bahngleisen selbst habe nie eine Gefahr bestanden, betonte der Geschäftsführer. Denn der Bahndamm sei nach Kriegsende gründlich entmint worden.

Die Beseitigung der Granaten erfolge je nach Zustand auf unterschiedliche Weise. Bei manchen könne der Zünder abgenommen und sie dann relativ leicht entsorgt werden. Wäre der Abtransport zu gefährlich, dann wird vom Entminungsdienst eine Sprengung an Ort und Stelle durchgeführt. Dies komme jedoch fast nicht vor, meinte der Geschäftsführer.

Die Beseitigung der Überbleibsel aus Weltkriegstagen schlägt sich auch finanziell nieder: "Wir rechnen mit etwa 180.000 Euro nur für den Abschnitt Pamhagen", schätzte Gürtlich. Die Beseitigung der Granaten könne, falls die Bergung kompliziert verläuft, auch noch länger dauern.