Erstellt am 29. Oktober 2015, 12:54

von APA Red und Pia Reiter

Surf Worldcup 2016 zum letzten Mal. Nach mehrstündiger Sitzung hat der Vorstand des Tourismusverbandes von Podersdorf am Mittwoch das "Aus" für den Surf Worldcup in der Seegemeinde besiegelt.

 |  NOEN, APA (Jäger)

Kommendes Jahr findet das Großevent dort zum letzten Mal statt. Ab 2017 will man mit zahlreichen Veranstaltungen über die Saison verteilt Gäste in die Tourismusgemeinde locken.

Vom 29. April bis 8. Mai 2016 werde es den Surf Worldcup zum letzten Mal in Podersdorf am See geben. "Es gibt nun definitiv keine Vertragsverlängerung über 2016 hinaus", das sei in der Vorstandssitzung entschieden worden, teilte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Hannes Anton, danach mit.

Tourismusverband besiegelte "Aus" für Großevent 

In der Sitzung habe der Veranstalter (KGP Events GmbH, Anm.) nochmals die Möglichkeit gehabt, sein neues Konzept vor dem gesamten Vorstand zu präsentieren. Es blieb aber bei der bereits ausgesprochenen Kündigung, so Anton. Die bisher durch den Surf Worldcup gebundenen Marketing-Mittel wolle man ab 2017 "zielgerechter einsetzen" und einen neuen Weg beschreiten.

Schon kommendes Jahr soll es neben dem Surf Worldcup in Podersdorf am See "einen Reigen an größeren und kleineren Veranstaltungen" geben, kündigte der Tourismus-Geschäftsführer an. Einer der Höhepunkte werde das Konzert von Herbert Grönemeyer am 4. Juni sein. Darüber hinaus wolle man mit weiteren Highlights aufwarten und auch neue Zielgruppen ansprechen.

Investition in Strandbadprojekt und Infrastruktur 

"Anfang des nächsten Jahres werden bereits die Weichen für 2017 gestellt", erläuterte Anton. Aus allen Gästebefragungen gehe ganz klar hervor: "Unsere Gäste wollen mehr Unterhaltung - und das über die gesamte Saison. Sie geben sich nicht mit einem einzigen Veranstaltungs-Höhepunkt am Anfang der Saison zufrieden. Das ist ein klarer Auftrag für uns, die Strategie zu verändern."

Mit dem Ende des Surf Worldcups am Veranstaltungsort Podersdorf werde man sich aber nicht von der Zielgruppe der Surfer und Kiter verabschieden. In den nächsten Monaten soll das Projekt "Strandbad Neu" starten, das auch Investitionen in die Infrastruktur vorsehe. Auf diese Weise solle für Surfer und Kiter endlich der notwendige Platz und die beste Infrastruktur für die Ausübung ihres Sportes geschaffen werden.

Künftig mehr Veranstaltungen über Saison verteilt

Direkt am See werde es bereits ab dem Sommer 2016 eine "einzigartige", für Veranstaltungen taugliche Plattform geben, berichtete Anton. Dort könnten sich abwechselnd örtliche Gastronomie, Vereine oder die heimischen Winzer präsentieren. Mit diesem Konzept wolle man speziell Lifestyle-Gäste, aber auch die Jugend ansprechen.

"Ja, wir haben den Mut, neue Wege zu gehen", meinte Anton. Der Tourismus-Geschäftsführer zeigte sich davon überzeugt, dass man so "noch erfolgreicher" sein werde.

Die Entscheidung, dass es ab 2016 in Podersdorf keinen Surf Worldcup mehr geben soll, sei auch bereits dem Veranstalter mitgeteilt worden. Die Agentur KGP werde sich nun für 2017 einen neuen Standort aussuchen, so Anton.

Polak sieht Zukunft des Events in Neusiedl am See

Trotzdem der Vertrag für den Surf Worldcup für 2017 vom Podersdorfer Tourismusverband nicht verlängert wurde, schauen die Veranstalter positiv in die Zukunft: „Wir freuen uns erst einmal auf einen gescheiten Abschluss 2016 und auf eine lässige Veranstaltung. Nun ist Gewissheit da, das ist eine Erleichterung. Gleichzeitig freuen wir uns auf 2017, obwohl uns bewusst ist, dass wir vor einer Herausforderung stehen“, sagt Gerhard Polak.

Die Zukunft des Events sieht er in Neusiedl am See, mit den dortigen Verantwortlichen will man nun verhandeln: „Es steht aber fest, dass der Event nicht 1:1 der sein kann, so wie er in Podersdorf war. Das wird harte Arbeit und wir haben viele Dinge zu berücksichtigen, aber Neusiedl am See hat ein tolles Strandbad“, meint Polak.

Tourismusvorstand Franz Steiner (SPÖ) erklärt: „Dass ich für einen Fortbestand der sportlichen Veranstaltung im Tagesbereich, unter geänderten Rahmenbedingungen, gestanden bin, ist kein Geheimnis. Schade, dass niemand weiterer meiner Kolleginnen und Kollegen diese Ansicht teilte. In der knapp sechseinhalbstündigen Besprechung am gestrigen Tag wurde über Vieles gesprochen, doch welche Zukunftsprojekte (Veranstaltungen etc) angesagt sind,... nicht. Ich blicke genauso gespannt, wie alle anderen darauf, welche Neuerungen angestrebt werden.“

Tourismus-Landesrat Petschnig vertraut auf Experten

Als „ausgesprochen bedauerlich“ bezeichnete der Landesrat für Wirtschaft und Tourismus, Alexander Petschnig, den Umstand, dass das überregional bekannte Event wohl über 2016 hinaus nicht mehr in Podersdorf stattfinden wird.

Petschnig betonte aber: „Ich vertraue den Verantwortlichen des Tourismusverbandes. Wenn diese mir plausibel erklären, dass andere touristische Events und Aktionen besser in das Konzept zur Stärkung der Wertschöpfung im Burgenland implementiert werden können, dann werde ich diese Haltung selbstverständlich berücksichtigen.“

Dem Landesrat sei – laut einer Aussendung Donnerstagmittag – wichtig, „ein Sportevent, welches über die Landesgrenzen hinaus bekannt, ist im Land zu halten.“ Es müsse aber eine kontinuierliche Weiterentwicklung geben sowie einen touristischen und wirtschaftlichen Mehrwert für das Burgenland bieten.

„Ich bin auf alle Fälle für sämtlich Vorschläge offen“, sagt Petschnig, der auch bereits einen Termin mit den Veranstaltern festgelegt hat.