Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Tabor-Volksschule: „Es brennt der Hut“. Chefsache / Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) wirft SPÖ Untätigkeit in Sachen Um- und Zubau vor. Böhm (SPÖ): „Ist mir ein Rätsel.“

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NEUSIEDL AM SEE / Zu-, Umbau und die geplante Sanierung der Volksschule am Tabor sorgen auch weiterhin für Zündstoff zwischen SPÖ und ÖVP der Stadt. Nun hat Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) diesen Punkt zur Chefsache erklärt und will sich trotz bisheriger Zuständigkeit der SPÖ (Ressort von Vizebürgermeisterin Lisa Böhm) selbst darum kümmern. „Die SPÖ und Frau Vizebürgermeister Böhm haben bei der Ressortverteilung um das Schulressort gebeten. Die ÖVP hat diesem Wunsch mit Mehrheit (als Zeichen für die Zusammenarbeit) zugestimmt. Seit Monaten ist aber, außer einem Fototermin und einem polemischen Artikel, nichts passiert! Keine Gespräche, keine Pläne, keine Fachleute“, erklärt die ÖVP in einer Aussendung.

Weiter heißt es darin: „Während alle anderen Stadträte fleißig am Arbeiten sind, fällt Frau Vizebürgermeister Böhm bisher lediglich durch Untätigkeit auf. Jetzt brennt der Hut: Für die schrittweise Sanierung der Volksschule wird dringend ein Konzept gebraucht - nur es kommt nichts.“

Die ÖVP-Neusiedl am See fordert daher die Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs gemeinsam mit Direktion, Lehrern und Eltern, ein dazu passendes Finanzierungskonzept mit einem Zeitplan.

SPÖ: Geplanter Termin wurde untersagt 

Verwundert über die Anschuldigungen zeigt sich Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ): „Die Ressorts wurden sehr spät verteilt, das Budget erst am 14. März 2013 (auf Drängen der SPÖ mit 200.000 Euro für die Volksschule) beschlossen. Ich habe Anfang April zu einem Begehungstermin mit allen Fraktionen, der Direktorin und dem Elternverein eingeladen. Dieser Termin wurde mittels Weisung vom Bürgermeister untersagt. Daher ist es mir ein Rätsel, warum der Bürgermeister meine Arbeiten schlechtredet. Mir geht es nicht um parteipolitisches Hick Hack, sondern um unsere Kinder.“

Die ÖVP hätte jahrelang das Ressort Schulen über gehabt, jedoch bis heute sei der versprochene Zubau (im Jahre 2010) von Bürgermeister Lentsch, trotz Verkaufserlös der BEGAS-Anteile in Höhe von 2,54 Millionen Euro, nicht umgesetzt worden. „Zeigt der Bürgermeister damit Stärke, dass er politische Machtspielchen auf den Rücken der Schwächsten, nämlich unserer Kinder, austrägt? Die ÖVP sollte für alle Neusiedler/innen konstruktiv mitarbeiten, anstatt dauernd zu blockieren“, sagt Böhm.

Grüne: „Taktieren und Spielchen“

Alexandra Fischbach, Gemeinderätin der Grünen fordert, dass sich alle mit den Betroffenen an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen, statt mit einer gegenseitigen Blockade die Probleme auf die lange Bank zu schieben: „Unsere Gemeinde hat genügend Probleme. Was wir am wenigsten brauchen, ist eine Stadtregierung, die sich mit gegenseitigen Schuldzuweisungen beschäftigt. Damit ist niemand geholfen, am allerwenigsten den Kindern in der Volksschule. Für Spielchen und parteipolitisches Taktieren sind wir nicht zu haben.“

Information
Forderungen der ÖVP für die Volksschule:
- flexible Räume für die Nachmittagsbetreuung
- barrierefreie Zugänge
- Gruppenräume für moderne Unterrichtsformen
- Sanierung des Turnsaales
- Neugestaltung des Freizeitbereiches
- energetische Sanierung des Hauses
- Nutzung der Solarenergie und der Photovoltaik