Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Teurer Wein wegen leerer Zuckerlager?. PREISSTEIGERUNG DROHT / Erhöhung des Zuckerpreises könnte vor allem die Winzer treffen und das Glas Wein verteuern.

Bei der Ernte. Matthias Zeiser (Rübenbauer), Johann Wurzinger (Rübenbauern-Obmann), Franz Peck (Obmann der Rübenbaugemeinschaft) und Gerhard Waldsich (Obmannstellvertreter).  |  NOEN
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BEZIRK NEUSIEDL AM SEE / Die heurige Rübenernte wurde diese Woche - so früh wie noch nie - begonnen, weil EU-weit, aber auch in Österreich, alle Zuckerlager leer sind und der Weltmarktpreis sich mehr als verdoppelte. Deshalb wird laut Landwirtschaftskammer und dem Obmann der Rübenbauern - Johann Wurzinger aus Tadten - auch der Konsumentenpreis steigen müssen. „Die burgenländische Landwirtschaftskammer und der Rübenbauernbund erwarten, dass auch der Rübenbauer davon profitiert, damit er auch im nächsten Jahr Zuckerrüben anbaut“, beurteilen Präsident Franz Stefan Hautzinger und Obmann Johann Wurzinger die derzeitige Situation am Zuckermarkt. Die Preissteigerung ist letztlich darauf zurückzuführen, dass europaweit tausende Rübenbauern ihren Hof aufgegeben haben. Allein im Burgenland ging die Anzahl der Rübenbauern um ein Drittel auf 521 zurück.

„Freier Markt heißt eben, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und wenn zu wenig da ist, steigt der Preis“, sind sich Hautzinger und Wurzinger einig.

Laut Experten werden aber Auswirkungen der Zuckerknappheit auf die Weinbauern befürchtet: Wenn der Zuckerpreis steigt, würde auch der Wein teurer. Entwarnung kommt jedoch vom zuständigen Landesrat Andreas Liegenfeld: „Die Trauben haben durch die ideale Witterung eine ideale Reifegradation, daher sind die Winzer nicht von der Zuckerknappheit betroffen. Aus jetziger Sicht dürfte höchstwahrscheinlich mit keiner Preissteigerung zu rechnen sein, da der Weinmarkt auf hohem Niveau ist und die Menge heuer passt, wird sich der Markt voraussichtlich leicht entspannen.“ In die gleiche Kerbe schlägt der Golser Helmut Preisinger. Eine Teuerung des Weines mit einem hohen Zuckerpreis zu rechtfertigen wäre eine der dümmsten Ausreden, so der Bezirks-Obmann des Weinbauvereines. „Der Zuckerpreis betrifft die Winzer vor allem in Jahren, wo eine Aufbesserung erforderlich ist, wie zum Beispiel vergangenes Jahr oder 2008. Gerade heuer sind die Zuckergrade aber ganz hervorragend.“ Die Zuckerindustrie werde in diesem Weinjahr nicht sehr viel an den Bauern verdienen können.