Erstellt am 28. September 2011, 00:00

Therme keine Konkurrenz. SOMMERBILANZ / Die St. Martins Therme mit ihrem Badesee ergänzt das touristische Angebot der Region mit ihren Seebädern.

Mit dem kleinen See und der „Summer Island“ hat die St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen für „Wasserratten“ und „Sonnenanbeter“ auch im Sommer ein Highlight zu bieten.BÖHM-RITTER  |  NOEN
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FRAUENKIRCHEN / Mit gemischten Gefühlen gingen die Betreiber der St. Martins Therme in die Sommermonate, gelten doch eher die kälteren Jahreszeiten als Hochsaison für die warmen Bade- und Wellnessanlagen. Die Zahlen der Sommerbilanz haben aber alle Befürchtungen vom Tisch gewischt.

Besucherzuwachs in der  St. Martins Therme

„Der Badesee und die Seewinkel-Safaris haben sich heuer als wahre Kassenmagneten bewiesen, sodass wir in den ersten acht Monaten ein Plus zum Vorjahr von über 30 % bei den Thermengästen erreichen konnten. In der Lodge hatten wir im Juli eine Auslastung von über 80 %, im August sogar von über 90 %“, freut sich Geschäftsführer Klaus Hofmann. Vor allem der wettermäßig durchwachsene Juli brachte der Therme mehr Gäste. Die Therme würde ein Plus von über 50 Prozent im Vergleich zum Juli 2010 verzeichnet, der August hätte einen Zuwachs von elf Prozent gebracht, so Hofmann. Das Konzept der „Summer Island“ mit seinem Badesee ist also aufgegangen. Eine Konkurrenz zu den Strandbädern rund um den See bemerkt Hofmann jedoch nicht. Vor allem wegen des höheren Preisgefüges.

Ähnlich sieht das Walter Gisch, Tourismuschef in Podersdorf. Die Seebäder sprechen mit ihrem Flair, ihrer Atmosphäre, den Sportmöglichkeiten und dem günstigeren Preissegment ein anderes Zielpublikum an“, erklärt er. Eine Konkurrenz der Therme kann er nicht erkennen. Therme und Seebäder ergänzen sich sogar eher. Immer wieder höre man von Besuchern, dass sie die St. Martins Therme bei Schlechtwetter nutzen, andererseits würden Gäste der Lodge auch Ausflüge in die Umgebung machen.

Auch in Weiden am See beweisen die Besucherzahlen , dass die neue Möglichkeit des Badesees in der Therme der Attraktivität der Strandbäder keinen Abbruch tut. „Ein Gast, der beispielsweise in Neusiedl, Weiden oder Podersdorf seinen Urlaub bucht, der fährt bei Schönwetter nicht zum Badesee in die Therme, sondern möchte den Neusiedler See genießen“, ist sich Alfred Regner, Amtsleiter in Weiden am See sicher.

In Neusiedl am See konnte man im Seebad sogar um zehn Prozent mehr Einnahmen als 2010 verbuchen. Durch die schönen Septembertage hatte das Strandbad 25 Tage länger geöffnet als vergangenen Sommer.

Neusiedler Hallenbad  behauptet sich trotz Therme

Eine Konkurrenzsituation ist eher zwischen Therme und Neusiedler Hallenbad vorhanden, fürchteten die Freizeitbetriebe. Die Zahlen sprechen aber auch hier eine andere Sprache. „Unmittelbar nach der Eröffnung der Therme im Winter 2009 konnten wir Einbrüche der Besucherzahlen im Hallenbad erkennen. Mittlerweile haben sich die Zahlen aber wieder dort eingependelt, wo sie vor der Thermeneröffnung waren“, bestätigt Hermann Keglovits (Freizeitbetriebe Neusiedl am See). Im Juli durfte man sogar ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber 2010 verbuchen. Landeshauptmann Hans Niessl ist sich sicher, dass das gesetzte Ziel der drei Millionen Nächtigungen pro Jahr im Burgenland bald erreicht werden kann: „Durch das Thermenangebot wurde der touristische Fächer der Region erweitert und bietet mittlerweile für jeden Gast ein Angebot.“