Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Tierhasser legt erneut giftige Köder aus. KEIN EINZELFALL / Der vierte illegale Giftanschlag auf Haus- und Wildtiere seit 2007 kostete Labrador „Aika“ beinahe das Leben.

Erholt. Hündin Aika geht es inzwischen wieder besser. Sie fraß bei einem Spaziergang ein mit Gift präpariertes Fleischstück.ZVG  |  NOEN
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VON PIA REITER

PARNDORF / Eine Parndorferin war mit ihrem Labrador Ende Oktober auf dem Hanaweg unterwegs, als der Hund unbemerkt ein präpariertes Fleischstück fraß. Er zeigte Vergiftungserscheinungen und wurde sofort zu Tierärztin Andrea Prikler gebracht. Wieder war das mittlerweile verbotene hochtoxische Pestizid Carbofuran verwendet worden. „Ich hatte schon gehofft, dass ihnen heuer das Gift ausgegangen ist“, sagt Prikler. Kein Einzelfall, denn erst am Montag wurde in Winden am See abermals ein verdächtiger Köder gefunden, der laut der Tierärztin nun vom WWF untersucht wird. Peter Prieler vom Burgenländischen Jagdverband bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern und erklärt: „Giftlegern drohen bis zu drei Jahre Haft wegen schwerem Eingriff in fremdes Jagdrecht.“

„Besonders betroffen sind auf der Parndorfer Platte stark gefährdete Greifvögel wie Seeadler oder Kaiseradler“, erläutert Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerprojektes. Sie fressen im Winter verstärkt Aas und nehmen so die Giftköder auf. Aber es trifft auch Haustiere, wie der Fall des Parndorfer Labradors zeigt. „Zum Glück hat sich der Hund rasch erholt, nachdem ihm die Tierärztin das Gegengift Atropin injiziert hat“, so Pichler.

Aus Parndorf wurden 2007 und 2009 insgesamt drei Giftfälle gemeldet. Dabei waren jeweils angebohrte Hühnereier verwendet worden. Immer wieder kommt es zum illegalen Einsatz von Carbofuran für Giftköder. Sie werden illegal gegen Hunde, Katzen, Füchse, Marder, Krähen und Greifvögel eingesetzt und verursachen einen extrem qualvollen Tod. Auch in anderen Orten des Bezirks wie dem Halbturner Schlosspark oder in Gols gibt es laut Prikler solche Vorfälle. „Mein eigener Hund wurde vor einiger Zeit vergiftet. Ein Wahnsinn, denn der Köder wurde in Neusiedl am See direkt neben einem Kinderspielplatz ausgelegt“, warnt Andrea Prikler.

Das violett gefärbte Pestizid wurde in der Landwirtschaft gegen Schädlinge verwendet, bis Ende 2008 ein EU-weites Verbot in Kraft trat.