Winden am See

Erstellt am 19. September 2016, 05:26

von Bettina Deutsch

Animal Hording? Windener hortet Tiere. Ein kurioser Fall von Sammelsucht beschäftigt die Behörden seit knapp einem Jahrzehnt. Jetzt sollen endlich Taten folgen.

Artgerechte Haltung. Unzählige Tierschützer gehen nach den publik gemachten Fällen im Bezirk auf die Barrikaden.  |  BVZ, Symbolfoto Deutsch

In den sozialen Foren gehen derzeit die Wogen hoch. Tag für Tag tauchen neue Schreckensmeldungen in Bezug auf „Tiermisshandlungen“ auf. Auch in Winden am See wurde unlängst ein solcher Fall publik gemacht.

Berichte von verdrecktem Hinterhof

Von „Animal Hording“ (Tiersammelsucht) ist die Rede, die „Burgenländische Tierrettung“ weist in einem Bericht auf zahlreiche Missstände in einem Einfamilienhaus der Gemeinde hin. Der Fall ist amtsbekannt, die Behörden scheinbar seit zehn Jahren darüber informiert, so mancher Mitbürger spricht sogar von sage und schreibe 20 Jahren nicht artgerechter Haltung.

Von unterschiedlichen Tierarten wird berichtet – Katzen, Hunde, Schweine, Hühner, Enten, Schwäne und sogar Tauben sollen sich auf dem, laut Umfeld, verwahrlostem Areal des Windener „Tier-Messies“ befinden.

Augenzeugen berichten von einem verdreckten Hinterhof des Hauses, in dem die Tiere sich Großteils selbst überlassen bleiben. Der seit einem Unfall körperlich beeinträchtige Mann soll mit der Versorgung der zahlreichen Tiere überfordert sein, jedoch bislang keine Einsicht hinsichtlich dieser misslichen Lage zeigen, heißt es.

Einsehbar ist der Hof schon seit Jahren nicht mehr, was derzeit also Genaues hinter den verschlossenen Türen inmitten der Ortschaft vor sich geht, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand so genau sagen. Auch mehrmalige Kontaktaufnahmen vonseiten der Bewohner, aber auch des Bürgermeisters Erwin Preiner sollen zuletzt gescheitert sein. Untätig blieb man trotz allem nicht.

Behörden bereits in Kenntnis gesetzt

„Der Fall in Winden ist uns nicht unbekannt“ erzählt Amtstierarzt Peter Karall. „Der Tierhalter wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrmals verwarnt und angezeigt. Im Zuge dessen war ich natürlich auch vor Ort und weiß, dass sich keine Nutztiere mehr auf dem Areal befinden“ erzählt Karall auf Nachfrage der BVZ weiter.

Auch die Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren bereits einiger Tiere angenommen, die Tierhortung fand trotzdem kein Ende. Mit Bekanntwerden des misslichen Zustands hat sich die „Burgenländische Tierrettung“ nun zum Ziel gemacht, für sämtliche, im Hinterhof lebenden, Tiere artgerechte Plätze zu finden, doch die Planung dieser umfassenden Räumung braucht Zeit.

Unterstützung wurde vonseiten der Exekutive sowie der Gemeinde Winden am See angekündigt, in der Bezirkshauptmannschaft berät man sich derzeit über das weitere Vorgehen in diesem Fall.