Erstellt am 18. Dezember 2013, 12:06

Tod eines 78-Jährigen: Ermittlungen wegen möglichem Giftmord. Der Tod eines 78-jährigen Burgenländers vor siebeneinhalb Jahren wird nun möglicherweise zum Kriminalfall.

Nach Hinweisen, dass der Pensionist im Mai 2006 eines nicht natürlichen Todes gestorben sein soll, wurde eine Obduktion angeordnet. Eine Pflegerin, die den Mann damals betreut haben soll, wird von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte geführt.

Von einer "Giftmischerin" und dem Verdacht auf Giftmord berichten Medien in dem Fall. So weit will man bei der Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt nicht gehen. Man stehe noch am Anfang der Ermittlungen. "Es gibt Hinweise, denen müssen wir nachgehen", so StA-Sprecherin Magdalena Wehofer am Mittwoch.

"Noch ist nicht klar, dass der Herr überhaupt fremdverschuldet gestorben ist. Das wird jetzt durch die Obduktion abgeklärt", erläuterte Wehofer. Der Burgenländer starb am 15. Mai 2006 - laut "Kurier" wurde als Todesursache Gehirnblutung festgestellt.

Leiche wurde exhumiert

"Der Verstorbene ist gestern exhumiert worden", so Wehofer. Nun werde die Obduktion mit umfangreichen chemischen Untersuchungen durchgeführt. Auf diese Weise soll festgestellt werden, ob möglicherweise Medikamente verabreicht wurden, die zum Tod geführt haben könnten.

Ob siebeneinhalb Jahre nach dem Tod Medikamente oder Giftstoffe überhaupt noch nachweisbar sind? Laut einer Vorabinformation der Gerichtsmedizin sei dies theoretisch möglich, meinte Wehofer.

Rohypnol im Harn festgestellt 

Kurz vor dem Tod des Pensionisten sei bei einem Harn-Schnelltest Rohypnol festgestellt worden, berichtete die "Kronen Zeitung". Eine Blutprobe sei ans AKH Wien geschickt worden, dort aber nie angekommen.

Die Amtshandlung werde vom Landeskriminalamt Wien geführt, hieß es von der Landespolizeidirektion Burgenland. Ein Obduktionsergebnis dürfte frühestens in sechs Wochen vorliegen. Laut "Kronen Zeitung" werfe der Tod von insgesamt vier Männern im Burgenland, Wien und Niederösterreich Fragen auf. "Wir ermitteln derzeit nur in diesem einen Fall", so Wehofer.

Pflegerin im Fokus, Ergebnisse im Jänner

Im Laufe des Tages geriet eine Pflegerin ins Fadenkreuz der Ermittler. Die Frau ist gebürtige Ungarin und hat mittlerweile die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Sie lebt in Wien und ist 72 Jahre alt, sagte der Wiener Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Wien, man sei mit der Frau in Kontakt. Ob sich der Verdacht erhärtet, der Mann sei vergiftet worden, wird nun durch eine Obduktion des exhumierten Leichnams geklärt. Diese dürfte erst im Jänner abgeschlossen werden, so Keiblinger, da man auf die Ergebnisse des Labors warten müsse.