Erstellt am 24. November 2010, 00:00

Toter steht im Protokoll. VERSEHEN / Seit zwei Jahren Verstorbener soll laut Anwesenheitsliste an der Gemeinderatssitzung teilgenommen haben.

Stein des Anstoßes. Die Anwesenheitsliste im Protokoll.ZVG  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Chaos bei Gemeinderatsprotokollen ortet die FPÖ-Neusiedl am See: Zuerst gab es eine Aufsichtsbeschwerde vom freiheitlichen Stadtparteiobmann und Gemeinderat Gottfried Haider, weil offizielle Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde regelmäßig viel zu spät den Gemeinderatsmitgliedern übermittelt beziehungsweise zur Einsichtnahme vorgelegt würden (die BVZ berichtete).

Was bei manchen nur für ein kleines Schmunzeln sorgen dürfte, ruft bei Stadtparteiobmann Haider nun große Empörung hervor: Auf der Anwesenheitsliste, die das Deckblatt des Protokolls der Gemeinderatssitzung vom 15. September darstellt, ist augenscheinlich ein Fehler passiert. Denn laut der Liste soll bei der Sitzung Gemeinderat Berthold Dorfner von den Grünen anwesend gewesen sein, der jedoch bereits im Februar 2009 verstorben ist.

FPÖ-Stadtparteiobmann Gottfried Haider: „Ich tue mir schwer, das Wort Saustall nicht in den Mund zu nehmen. Da bekommt man mit wochenlanger Verspätung ein Protokoll und dann so etwas. Dass ein längst verstorbener Kollege im Protokoll als anwesend geführt wird, ist einfach ein Wahnsinn. Man muss sich die Frage stellen, wie ernst ÖVP-Bürgermeister Lentsch seine Aufgaben überhaupt noch nimmt.“

Die Freiheitlichen haben laut eigenen Angaben eine weitere Aufsichtsbeschwerde eingebracht. Die Empörung der Neusiedler FPÖ ist aber nicht für jeden nachvollziehbar.

„Es gibt Wichtigeres, um das  man sich kümmern muss.“

Alexandra Fischbach (Grüne) erklärt: „So ein Fehler kann passieren. Das Berthold Dorfner auf der Anwesenheitsliste geführt wird, ist sicher ein Versehen. In Neusiedl gibt es aber viel wichtigere Dinge, um die man sich als Opposition kümmern sollte.“

Von der Verwaltung im Rathaus wird festgestellt, dass nur dort wo auch gearbeitet wird, Fehler passieren können. Bürgermeister Kurt Lentsch möchte keinen Kommentar abgeben: „Das zu kommentieren, ist mir zu dumm.“