Erstellt am 24. Februar 2016, 11:59

von RED

Tourismus: „Gäste suchen gute Qualität“. Politik will Anreize für Zwei- und Drei-Sterne Segment sowie private Vermieter schaffen.

Gäste-Komfort. Das neue Kaminzimmer soll im Hotel Wende dafür sorgen, dass sich die Gäste wohlfühlen und einen Rückzugsort haben.  |  NOEN, zVg
Vor Kurzem ließ Burgenland Tourismus Direktor Mario Baier aufhorchen: Vor allem kleine Zwei- und Drei-Sterne-Betriebe hätten in den vergangenen Jahren stetig an Gästen verloren. Diese würden kürzer bleiben, dafür aber mehr Komfort suchen, so Baier. Qualitätsbetten würden vor allem rund um den Neusiedlersee benötigt, denn dort sei in den letzten Jahren wenig investiert worden, auch weil es wegen der Bürokratie und den strengen Auflagen immer schwieriger werde.

Neue Ferienwohnungen in Frauenkirchen

Doch auch, wenn es zahlreiche Betriebe gibt, die keinen Nachfolger haben und deshalb nicht mehr investieren, so gibt es doch auch einige neue Vermieter. In Frauenkirchen zum Beispiel eröffneten im Juli 2015 vier Unternehmer neue Ferienwohnungen. Darunter auch Ulrike Lass. Zuerst hätte es in der Familie die Idee gegeben, Mietwohnungen zu bauen, schließlich seien es doch drei Ferienwohnungen geworden.

„In Frauenkirchen gibt es nicht viele Zimmer. Vor allem die Therme war eine Motivation für uns, den Schritt zu wagen“, erzählt sie. Mit der Auslastung ist sie sehr zufrieden. „Die Wochenenden sind immer ausgebucht.“ Die Therme, aber auch das Outlet Center in Parndorf würden Touristen in die Region bringen. Klar sei aber, dass die Gäste gute Qualität suchen.

Petschnig plant Qualitätsoffensive

„Wir haben hier sicherlich ein Defizit, deswegen braucht es im unteren Sterne- und Privatbereich Unterstützung mit Förderungen für die Vermieter“, betont auch der Illmitzer Tourismusgeschäftsführer Gerhard Haider.

Unterstützung scheint in greifbarer Nähe zu sein: Tourismus-Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ), will in den nächsten Tagen Maßnahmen eine Qualitätsoffensive präsentieren, um Zimmervermieter zu unterstützen. „Im Moment wird noch an den Details gefeilt“, meint er.

Podersdorfs Tourismuschef Hannes Anton unterstreicht: „Qualität bedeutet für mich auch, dass man sich im Ein- und Zwei-Sterne-Berreich wohlfühlen muss, die Gäste wollen keine abgewohnten Zimmer, sonst sind sie vom ganzen Ort enttäuscht. Die Qualitätsoffensive begrüße ich sehr, weil wir hier einen sehr großen Nachholbedarf haben.“

Hohe Investitionen in das Hotel Wende

Ein Familienbetrieb im Vier-Sternebereich, der ständig investiert, ist das Neusiedler Hotel Wende mit 104 Zimmern. Dort wurde in den vergangenen vier Jahren insgesamt zwei Millionen Euro investiert. „Voriges Jahr wurden 14 Zimmer gemacht, heuer waren 22 an der Reihe und weitere 36 werden folgen. Vor drei Jahren haben wir außerdem 30 Badezimmer komplett saniert. Das alles passiert bei laufendem Betrieb“, sagt Martina Wende.

Die Obfrau der Wirtschaftskammer Burgenland Fachgruppe Burgenland Hotellerie weiß: „Die unteren Kategorien haben den Tourismus in der Region aufgebaut. Kleine Strukturen im Seewinkel zum Beispiel, werden von den Gästen dort gut angenommen. Wichtig ist es, die Förderungen leichter zugänglich zu machen und zu entbürokratisieren, dann wird auch wieder mehr investiert.“