Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Tourismus sucht dringend Personal. Fachkräftemängel /  55 freie Stellen im Bezirk stehen keinem einzigen als arbeitslos gemeldeten Koch oder Kellner gegenüber.

Spaß an der Arbeit. Martina Wende (Hotel Wende) mit ihrem Küchenchef Christian Mayrhofer. Foto: Reiter  |  NOEN, Reiter
Von Pia Reiter

NEUSIEDL AM SEE /  Die Tourismussaison hat vor Kurzem begonnen, doch viele Betriebe im Bezirk suchen noch Personal. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) werden vor allem gelernte Fachkräfte wie Koch oder Kellner dringend gesucht. „Momentan gibt es 33 offene Stellen im Service und 22 für die Küche, inklusive Lehrstellen. Im Gegensatz dazu ist aber kein einziger Kellner als arbeitslos vorgemerkt, ich habe niemanden zu vermitteln“, bestätigt Christoph Ley vom AMS-Neusiedl am See. Arbeiterkammer-Präsident Alfred Schreiner sieht die Gründe dafür in der mangelnden Bezahlung und Anerkennung der Arbeitnehmer durch die Arbeitgeber: „Wenn lange um die Erhöhung des Kollektivvertrages auf 2,96 statt drei Prozent verhandelt wird, dann ist das ein schlechtes Signal für die Wertschätzung der Mitarbeiter von den Unternehmen.“

Ein Argument, dass Martina Wende (Hotel Wende) nicht gelten lässt: „Wenn man in seinem Job gut ist, verdient man auch gut. Als Koch kann man sich derzeit seine Stelle aussuchen und ein dementsprechendes Gehalt ausverhandeln“, betont sie. Ihr Betrieb suche gerade selbst dringend zwei Köche: „Das ist ein akutes Problem. Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind in Gastronomie und Hotellerie nicht so schlecht, wir dürfen uns unser Image nicht selbst schlecht reden“, meint Wende, deren Familienbetrieb viele Mitarbeiter aus der Region beschäftigt: „Viele sind schon seit zwanzig Jahren bei uns. Mann kann flexibel und kreativ sein, die positiven Aspekte überwiegen“, sagt sie über die Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche.

Auch Kurt Windholz, Chef des „Rasthaus zur Alten Mauth“ , sucht nach einem Koch: „Schon seit über einem Jahr, aber ich habe das Gefühl, da kann ich gleich im Lotto spielen oder die Putzfrau anlernen“, erklärt der Gastronom, der mangelnde Einstellung und Qualifikation als Gründe dafür sieht „Bei uns muss man nicht nur die normale Karte kochen können, wir haben viele Spezialitäten und bereiten wirklich alles frisch zu, daran scheitern viele.“ Außerdem würden von den Absolventen der Fachschule maximal drei bis vier Leute pro Jahrgang in der Gastronomie bleiben: „Und die haben dann selbst einen Betrieb zu Hause.“