Erstellt am 24. April 2013, 00:00

Unbekannter schoss auf Kater „Bertl“. Nickelsdorf / Mit zwölf Schrotkugeln im Körper wurde dem Haustier der Familie Zapfl das Bein amputiert. Anzeige wegen Tierquälerei folgte.

Vorderbein amputiert. Da der Knochen von »Bertls« rechtem Vorderbein durch die Schrotladung zertrümmert und Nerven durchtrennt wurden, musste dem dreijährigen Kater das Bein abgenommen werden. Foto: privat  |  NOEN, privat
Von Bettina Scheidl

NICKELSDORF / Am Samstag versuchte Kater „Bertl“ wieder erste zaghafte Schritte im Garten der Familie Zapfl in Nickelsdorf: „Wir versuchen derzeit, ihn aufzupäppeln, „Bertl“ wird sich nun aber erst einmal wieder zurecht finden müssen“, beschreibt Hannes Zapfl den momentanen Zustand seines Katers, dessen rechtes Vorderbein am Mittwoch amputiert wurde, nachdem ein Unbekannter mit Schrotmunition auf das junge Tier geschossen hatte.

Röntgenbild: Kugeln aus Schrot im Katzenkörper 

Das Tier lief Mittwochvormittag humpelnd in das Haus der Familie: „Zunächst hatten wir den Verdacht, dass sich „Bertl“ das Bein gebrochen hatte. Wir haben ihn dann sofort zur Tierärztin gebracht“, schildert der 24-Jährige der BVZ weiter.

Bei einer routinemäßigen Röntgenuntersuchung folgte dann die traurige Gewissheit: Zwölf Kugeln einer Schrotladung waren im Körper des jungen Tiers verteilt. „Zwei Kugeln direkt neben der Wirbelsäule konnten nicht entfernt werden, alle anderen schon. Durch die Schrotmunition wurden der Knochen des rechten Vorderbeins zertrümmert und Nerven durchtrennt, weshalb nichts anderes übrig blieb, als das Bein zu amputieren“, erzählt Hannes Zapfl der BVZ weiter.

„Gezielt auf das Tier geschossen“

Fortan wird der junge Kater nur mehr auf drei Beinen laufen können, wie Tierärztin Eva Spallinger aus Zurndorf bestätigt: „Der Katze geht es den Umständen entsprechend gut, als Hauskatze dürfte sie fast keine Einschränkungen haben, möglicherweise kann sie auch wieder zum Freigänger werden. In diesem Fall dürfte offensichtlich gezielt auf das Tier geschossen worden sein. Dass es ein Unfall war, kann ich mir nicht vorstellen.“ Familie Zapfl erstattet Anzeige wegen Tierquälerei. Wer aber für den Schuss auf ihr Haustier verantwortlich ist, konnte bisher nicht eruiert werden, wie auch die Polizei Nickelsdorf bestätigt: „Die Erhebungen gestalten sich schwierig, doch wir bleiben dran“, erklärt ein Beamter der BVZ.

Vermisst: Suche nach Katzen in Frauenkirchen 

Ähnliches ereignete sich in Frauenkirchen, wo vor Kurzem vier Katzen spurlos aus der Nationalparksiedlung verschwanden - Zusammenhänge mit dem Vorfall in Nickelsdorf schließt man aber aus, wie ein Beamter der Frauenkirchner Polizei auf Anfrager der BVZ erklärt: „Dafür gibt es keine konkreten Anhaltspunkte. Bisher konnte auch kein verendetes Tier gefunden werden, sodass eine Untersuchung stattfinden könnte.“