Erstellt am 29. Oktober 2014, 09:11

von Birgit Böhm-Ritter

Unfallambulanz zieht nach Umstellung Bilanz. Die Patientenzahlen weisen nach einem Rückgang 2012 nun wieder eine steigende Tendenz auf.

Bürgermeister Josef Ziniel, Landeshauptmann Hans Niessl, Gesamtleiter Robert Maurer, Gesundheits-Landesrat Peter Rezar, Oberarzt Franz Szinovatz sind mit der Entwicklung der Unfallambulanz Frauenkirchen zufrieden.  |  NOEN

Vor zweieinhalb Jahren ist in der Unfallambulanz ein neues Versorgungsmodell in Kraft getreten. Grund genug für die Verantwortlichen aus der Landesregierung und der Unfallambulanz Bilanz zu ziehen. Und diese fällt durchwegs positiv aus: „Nach einer kurzen Verunsicherung der Patienten nach der Umstellung sind die Patientenzahlen nun wieder konstant, sogar leicht steigend“, sagt Robert Maurer, Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, zu dem die Unfallambulanz in Frauenkirchen gehört. Die Patienten, vor allem aus dem Seewinkel, würden die Ambulanz gut annehmen.

Seit 1. März 2012 gelten geänderte Öffnungszeiten. Geöffnet ist die Ambulanz seitdem nicht mehr rund um die Uhr, sondern von 8 bis 19 Uhr. Trotzdem sei es zu einer qualitativen Verbesserung der Versorgung gekommen, weil neben dem Unfallchirurgen ein zusätzlicher Notarzt 24 Stunden für Einsätze bereitsteht: „Durch die Anwesenheit des Unfallchirurgen von Montag bis Sonntag ist die medizinische Versorgung auch gewährleistet, wenn der Notarzt während der Ambulanzöffnungszeiten zu einem Noteinsatz gerufen wird“, bekräftigt Maurer.

Wie wichtig die Ambulanz für die medizinische Versorgung im Bezirk und vor allem für den Seewinkel ist, weiß auch Landeshauptmann Hans Niessl. Es sei jedoch notwendig immer wieder zu prüfen, was zeitgemäß sei und was verbessert werden könne: „Mit der Umstellung wurde die medizinische Versorgung nicht nur abgesichert, sondern ausgebaut. Wir geben nicht weniger Geld aus, sondern für ein besseres Angebot sogar mehr“, betont Niessl.

Rückgang: Rund 1700 Erstversorgungen weniger

Sieht man sich die Statistik genauer an, ist aber schon erkennbar, dass sich die Patientenfrequenz nur langsam dem Stand von 2011, also vor der Umstellung, annähert. So wurden 2011 13.606 Erstuntersuchungen und Nachbehandlungen gezählt. 2014 werden es hochgerechnet 11.900 sein. Tendenz steigend.

Für den Bezirksobmann des Gemeindebundes Wilhelm Schwartz und dessen Stellvertreter Markus Ulram bleiben die eingeschränkten Öffnungszeiten weiterhin ein Kritikpunkt: „Im flächenmäßig größten und einwohnerstärksten Bezirk des Burgenlandes muss die medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet sein. Gerade in unserem Bezirk, wo im Sommer tausende Urlauber ihre Freizeit verbringen, sehen wir die medizinische 24-Stunden Versorgung als eine Verpflichtung.“ Mit einer Nachtglocke für Notfälle, die nach 19 Uhr, Patienten mit der Sicherheitszentrale in Eisenstadt verbindet, sei es nicht getan.