Erstellt am 20. November 2013, 23:59

Ungewisse Zukunft. ASV Nickelsdorf / Der neue Vorstand muss 49.000 Euro an die Burgenländische Gebietskrankenkasse zahlen – und zeigt sie gleichzeitig an.

Vereinshaus. Die Zukunft des ASV-Nickelsdorf wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.  |  NOEN, Christoph Weisz
Von Angela Pfalz und Katharina Zedlacher-Fink

NICKELSDORF / „Momentan sieht es nicht gut aus“, sagt Wolfgang Falb, seit Mai Boss beim ASV-Nickelsdorf. Denn: Der Fußballklub aus der 2. Liga Nord hat Schulden in der Höhe von rund 120.000 Euro angehäuft – in Form diverser Altlasten sowie einer empfindlich hohen Forderung der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (BGKK), wie Falb klarstellte.

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So hätten laut dem Ex-Bundesliga-Referee und nunmehrigen Vereins-Oberhaupt etwa einige Spieler Netto-Monatsgehälter von über 1.500 Euro bezogen. Außerdem sollen auch vom Monat Mai 9.000 Euro an Gehältern ausständig gewesen sein. Durch eine anonyme Anzeige machte die BGKK zudem Forderungen in der Höhe von 49.000 Euro geltend. „Dieses Geld kann der ASV-Nickelsdorf nicht aufbringen“, so Falb zum dringendsten Akutproblem.

Grob fahrlässige Vorgangsweise 

Schuld an der Finanzmisere sei der alte Vorstand unter Ex-Obmann und Bürgermeister Gerhard Zapfl, dem Falb grob fahrlässige Vorgangsweise vorwirft. „Am 22. Oktober gab es eine Besprechung, wo alle im Gemeinderat vertretenen Parteien schriftlich festgelegt haben, dass die Gemeinde die Nachzahlungsforderung der Gebietskrankenkasse in Raten anstelle der jährlichen Vereinsförderung übernehmen würde. Der laufende Kredit des Vereins würde sowieso per Vereinbarung mit der Bank in Raten von der Gemeinde zurückgezahlt und ein laufendes Konto sei durch Sponsorengelder abgedeckt worden. Somit ist jedes Minus getilgt“, sagt Zapfl in einer Aussendung, die an alle Nickelsdorfer ging.

Dieser Argumentation will Falb nicht folgen. „Tatsache ist, dass wir in den nächsten 14 Tagen 49.000 Euro aufbringen müssen. Wie wir das schaffen sollen, ist noch nicht geklärt.“

Angekündigte Anzeige gegen die Krankenkasse 

Pikanterie am Rande: Nach einem Vorstandsbeschluss will man beim ASV-Nickelsdorf die Gebietskrankenkasse wegen Verletzung der Amtsverschwiegenheit bei der Staatsanwaltschaft anzeigen. Der Vorwurf: Die BGKK habe bezüglich der Prüfung des ASV Infos an Zapfl – der zu diesem Zeitpunkt aber keine Vertretungsbefugnisse mehr innehatte – weitergegeben. BGKK-Direktor Christian Moder: „Wenn eine Anzeige folgt, ist es ohnehin Sache der Polizei, die die Erhebungen führen wird – und wir werden sie sicher nicht daran hindern.“