Erstellt am 24. Dezember 2014, 06:53

von Birgit Böhm-Ritter

Asyl-Pläne verschoben. Keine Volksschüler und Flüchtlinge gemeinsam in der ehemaligen Landwirtschaftlichen Fachschule.

Lokalaugenschein. Wolfgang Hauptmann (Referatsleiter Abteilung 6 der Landesregierung), Rudolf Luftensteiner (Geschäftsführer der Vereinigung von Ordensschulen), Wolfgang Dihanits (Arbeiter-Samariterbund), Sascha Baumgartner (Direktor Klosterschule).  |  NOEN, Birgit Böhm-Ritter

„Aus meiner Sicht gibt es keine Möglichkeit Asylwerber in der ehemaligen Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) unterzubringen, solange die Volksschulkinder im Gebäude noch Unterricht haben“, sagt Wolfgang Hauptmann, Leiter des Referates für Grundversorgung für Fremde in der Landesregierung nach einer Begehung des Schulgebäudes vergangene Woche. Seine Einschätzung werde er dem zuständigen Landesrat Peter Rezar (SPÖ) vorbringen.

Jene Eltern, die ihren Protest gegen die Pläne des Landes, Asylwerber schon mit Jahresbeginn in der Schule unterzubringen, mit einer Unterschriftenliste zum Ausdruck brachten, dürfen wohl aufatmen. Eine bauliche Trennung zwischen Schultrakt und dem ehemaligen Internatstrakt, wo die Flüchtlinge untergebracht werden sollten, sei mit einfachen Mitteln kaum möglich, erklärt Hauptmann seine Einschätzung. Nur dann hätte man Flüchtlinge und Schüler guten Gewissens in einem Gebäude unterbringen können.

"Bauarbeiten liegen im Plan"

Bis zum Ende des Schuljahres wird das Gebäude noch als Ausweichquartier für vier Volksschulklassen der Klosterschule fungieren. Danach sollen die Umbauarbeiten in der Klosterschule abgeschlossen sein und die Kinder wieder in ihre „Stammschule“ übersiedeln. „Die Bauarbeiten liegen im Plan“, sagt Rudolf Luftensteiner, Geschäftsführer der Vereinigung von Ordensschulen. Eine Verlängerung des Vertrages mit der BELIG (Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH, Eigentümerin des LFS-Gebäudes, Anm. d. Red.) werde nicht notwendig sein.

Für Wolfgang Hauptmann ist dann der richtige Zeitpunkt gekommen. Sobald das Gebäude frei ist, könnten Flüchtlinge untergebracht werden, meint er: „Das Objekt wurde bei der Begehung von allen gelobt. Die Ausstattung ist nahezu perfekt und die Lage in Zentrumsnähe ist ideal.“

Auch Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariterbundes zeigte sich bei der Begehung von dem Gebäude angetan. Er könnte sich durchaus vorstellen, dort mit seiner Organisation als Betreiber eines zukünftigen Asylheimes in Neusiedl am See zu fungieren.