Erstellt am 11. März 2015, 08:27

von NÖN Redaktion

Wirbel um Markt. Geschäft leidet unter Markttag, Kunden bleiben aus, Stadt-Politik will Problem angehen und Alternativen prüfen.

Gesperrt. Die Kunden in der Stadt bleiben am Markttag den Geschäften fern.  |  NOEN, Böhm-Ritter

Derzeit wird wieder über den Monatsmarkt diskutiert: Neusiedler Unternehmer beklagen sich über wenig bis gar keinen Umsatz am Markttag, und das zwölfmal pro Jahr. Unterschiedliche Meinungen unter den Geschäftstreibenden gibt es darüber, ob der Markt von der Hauptstraße wieder an einen anderen Standort verlegt werden sollte. Auch die Sperre der Hauptstraße während der Marktzeit sowie das Verkehrschaos am Morgen oder die fehlenden Parkplätze für Kunden auf der Hauptstraße, da alles gesperrt ist, regt auf. Kritisiert wird auch, dass die Marktfahrer sich hinstellen, wie sie wollen, und so teilweise den Zugang zu Geschäften versperren.

Trafikant Hannes Dragschitz sperrt am Markttag eine Stunde später auf. Doch das Geschäft, das zwischen sechs und zehn Uhr morgens ausbleibt, holt man den ganzen Tag nicht mehr auf, meint er: „Der Markt gehört umstrukturiert. Marktfahrer, Gemeinde und Unternehmer müssen sich zusammensetzen.“ Tina Richter, Chefin des Kindermodengeschäfts „Der kleine Frechdachs“ sagt: Ich hab mich eigentlich sehr gefreut, wie der Markt auf die Hauptstraße verlegt wurde, mittlerweile sehe ich das anders.

Der Monatsmarkt ist für die Gewerbetreibenden der Stadt geschäftsschädigend.“ Auch Uli Lang, die ein Schuhhaus betreibt, meint, dass der Markt seine besten Zeiten hinter sich hat: „Welche Altersschicht geht denn noch auf den Markt? Uns bringt er für den Umsatz nichts, mein Eingang vom Geschäft wird noch von den Ständen versperrt, das ärgert mich.“

"Alle Parteien an vernünftiger Lösung interessiert"

Bei Bürgermeister Kurt Lentsch will sich dem Thema Monatsmarkt annehmen und erklärt: „Wir haben aber erst kürzlich im ÖVP-Vorstand darüber diskutiert und vereinbart, dass wir prüfen wollen, welche Veränderungen, Alternativen möglich, sinnvoll und wirtschaftsfreundlich sind. Die Einnahmen aus den Marktstandgebühren im Jahr 2014 betragen 22.000 Euro, im Jahr 2013 waren es 19.900 Euro.“

Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) meint zum Monatsmarkt: „Ich weiß von einigen Geschäftsleuten, dass es ein Problem gibt. Auf der anderen Seite gibt es viele Neusiedler, die den Markt in der Stadt sehr begrüßen. Dass es verkehrstechnisch sehr schwierig ist, das ist mir auch bekannt. Die SPÖ hat bereits vor einem Jahr einen Antrag zur Evaluierung des Marktes in den Gemeinderat eingebracht, dieser wurde einstimmig von allen Parteien angenommen. Daran erkennt man, dass alle Parteien an einer vernünftigen Lösung interessiert sind.“

Für Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach ist der Markt ein wichtiger Bestandteil der Stadt: „Es gibt sicher eine vernünftige Lösung für alle Beteiligten, wenn auch alle daran interessiert sind und sich entsprechend einbringen. In erster Linie sind die zuständigen Personen in der Stadtregierung gefragt, ein Gesamtkonzept und einen Lösungsvorschlag vorzulegen. Wir Grüne sind selbstverständlich gerne bereit uns einzubringen und mitzuarbeiten.“