Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Unterrichten verboten. BESCHLUSS / Branko Kornfeind wurde ein Unterrichtsverbot erteilt. Viele Eltern aus den betroffenen Orten kämpfen für ihn.

Erleichtert. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.  |  NOEN
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NEUDORF/ PARNDORF/ PAMA / In der Causa Branko Kornfeind, die seit Mitte Februar den burgenländischen Landesschulrat sowie die drei Volksschulen Pama, Neudorf und Parndorf beschäftigt, ist es nun zu einem Entschluss gekommen: Es wurde ein vorläufiges Unterrichtsverbot gegen Kornfeind erteilt.

Vorläufiges Unterrichtsverbot  an drei Volksschulen

Gegenüber der BVZ bestätigt Landesschulratspräsident Gerhard Resch: „Gegen Branko Kornfeind liegt derzeit ein Unterrichtsverbot vor. Insgesamt handelt es sich in diesem Fall aber um ein laufendes Verfahren, weshalb keine weiteren Details veröffentlich werden können.“ Das Unterrichtsverbot an der Volksschule Pama besteht jedoch schon seit mehreren Wochen. Kornfeind soll einen Burschen dazu aufgefordert haben, einen Hausschuh mit dem Mund aus einem Mistkübel zu holen. Nachdem mehrere Eltern schwere Vorwürfe gegen Kornfeind erhoben hatten, hatte sich auch die Polizei in die Causa eingeschaltet und Ermittlungen aufgenommen. Seither liegen aber noch keine Ergebnisse vor.

„Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Wir sind von den Ermittlungen der Polizei abhängig und warten noch auf den abschließenden Bericht aus den Polizeierhebungen“, sagt Staatsanwältin Eva Brenner. Bei der Staatsanwaltschaft hofft man, das Verfahren in der ersten Maiwoche abschließen zu können. Resch kommentiert dies wie folgt: „Der Abschlussbericht wird zeigen, inwieweit eine mögliche Kündigung oder Entlassung gerechtfertigt ist.“ Kornfeind selbst zeigt sich über das Unterrichtsverbot enttäuscht: „Ich bin sehr traurig über diese Entscheidung und hoffe, dass dieser Entschluss so schnell wie möglich wieder aufgehoben wird.“ Der Pfarrer erfährt von zahlreichen Einwohnern der Gemeinden Neudorf und Parndorf starke Unterstützung. Auch der Leserbrief, der an die BVZ gesendet wurde (siehe links, aus Platzgründen in gekürzter Form), spricht sich deutlich für ihn aus. Verfasst wurde dieser von den Eltern der 17 Kommunionskinder in Parndorf.

Forderung nach erneuter  Überprüfung der Verhältnisse

Darin wird sogar ein bewusstes Vorgehen gegen den kroatischen Pfarrer vermutet: „Hat man die richtige Dressfarbe und ein paar Freunde an den richtigen Stellen, lässt sich aus den Zutaten Religion + Lehrer + Kindesmissbrauch + kroatische Minderheitssoße ein Medienspektakel machen. Die Ermittlungen und das Strafverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Wir erfuhren jedoch, dass auch dann, wenn dabei gar nichts herauskommt, dieses Verbot aufrecht bleiben wird, und zwar aufgrund des Vorfalls in der Volksschule Pama. Es ging um die Androhung, für die sich der Lehrer entschuldigte! Und jetzt, bitte, frage ich alle Mütter und Väter, ob sie ihren Kindern nicht schon einmal mit irgendetwas gedroht haben...? [...] Aus diesem Grund verlangen wir erneut eine Überprüfung der Verhältnisse und Veröffentlichung der Ermittlungen. [...] Vor allem aber soll eine unabhängige Kommission auch die Schüler befragen.“