Erstellt am 31. Juli 2014, 15:18

von APA Red

Lentsch: "Es war echt dramatisch". Das Unwetter, das am Mittwoch und mit Aufräumarbeiten auch noch am Donnerstag Burgenlands Feuerwehren auf Trab hielt, hat Neusiedl am See am stärksten getroffen.

 |  NOEN, Stadtfeuerwehr Neusiedl
Die Stadtfeuerwehr rückte mit 115 Mann zu 108 Einsätzen aus, berichtete Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) und meinte: "Es war echt dramatisch. Der Hauptplatz stand zeitweise 50 Zentimeter unter Wasser."

Um 16.45 Uhr habe er die erste Alarmierung bekommen. Ein Keller in der Oberen Hauptstraße war überflutet. "Als ich bei meinem Haus dann raus bin - ich wohne in einer Seitenstraße - war die Straße bereits ein Bach, der ungefähr 15 Zentimeter Wasser geführt hat", schilderte Lentsch.

Seither war die Stadtfeuerwehr mit Auspumparbeiten beschäftigt. "Es ist jetzt 11.45 Uhr und ich glaube, sie werden in der nächsten Stunde mit dem letzten Keller, einer Tiefgarage in der Seestraße, fertig." Dort sei das Wasser eineinhalb Meter hoch gestanden. Glücklicherweise sei die neue Garage leer gewesen.

Hochwasserprojekte zeigten Wirkung

Die in der Vergangenheit umgesetzten Hochwasserprojekte haben am Mittwoch ihre Wirkung gezeigt und "uns sehr geholfen". Gassen, die früher überschwemmt wurden, seien diesmal nicht betroffen gewesen, sagte Lentsch. "Aber bei diesen Regenmassen gab es keine Chance, vor allem in den tiefer gelegenen Bereichen in Seenähe. Das Wasser ist da nicht mehr abgeflossen, weil alle offenen Gräben voll waren. Das Wasser konnte nirgends hin."



Von der Bevölkerung kam viel Verständnis für die Einsatzkräfte. "Viele haben eingesehen, dass wir nicht überall gleichzeitig sein können. Viele haben sich der Feuerwehr angeschlossen, haben gesagt, sie fahren mit und helfen. Die Gruppe, die gerade für das Stadtfest am Samstag aufbaut, hat die Bühnenaufbauten liegen gelassen und beim Bauhof Sandsäcke gefüllt. Die müssen nun heute und morgen Tag und Nacht für das Stadtfest arbeiten." Der Stadtchef zeigte sich optimistisch, dass das es wie geplant durchgeführt werden kann.

Nicht nur private Keller oder Straßen standen am Mittwoch und zum Teil noch am Donnerstag unter Wasser, auch die Polizei musste in deren Gebäude Wasser wegschaffen. Durch den massiven Regen wurde das Wasser aus den Toiletten im Keller gedrückt, erzählte Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Rainer Bierbaumer nach einer Pressekonferenz. "Wir haben den gesamten Keller zehn Zentimeter unter Wasser gehabt. Die Kollegen haben alle zusammengeholfen", dankte er ihnen. "Es sind sogar Leute in ihrer Freizeit mitten in der Nacht gekommen, mit Eimern, mit Schaufeln, und haben bis in der Früh gearbeitet."

Im Jahr 2005 sei das Wasser schon einmal im Keller gestanden, so Bierbaumer. "Aber das war damals etwa ein Zentimeter. Zehn Zentimeter Wasser hatten wir noch nicht."