Erstellt am 17. September 2014, 08:35

von Paul Haider und Christoph Weisz

"Nerven liegen blank". Die Feuerwehren waren nach dem Starkregen am Wochenende im Dauereinsatz. Große Ernteausfälle werden befürchtet.

Im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Parndorf war stundenlang mit Pumparbeiten beschäftigt.  |  NOEN, FF Parndorf

Nach dem Hochwasser Ende Juli wurde der Bezirk Neusiedl am vergangenen Wochenende erneut von starken Gewittern heimgesucht. In Parndorf, Podersdorf am See, Frauenkrichen, Tadten und Andau rückten die Florianis aus, um Gebäude auszupumpen und den Betroffenen zu helfen. Die größten Wassermassen mussten in Frauenkirchen bekämpft werden. Insgesamt wurden bezirksweit 28 Keller ausgepumpt.

Hautzinger: „Massive Beeinträchtigungen“

Besonders schlimm sind die Landwirte von den Unwettern betroffen. Große Ernteschäden sind zu erwarten. Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger dazu: „Die Nerven liegen blank bei den Bauern vom Norden bis zum Süden. In allen Regionen haben wir massive Beeinträchtigungen - ich will aber noch nicht von Schäden reden. Es kommt darauf an, wie sich das Wetter weiter entwickelt“. Das größte Problem besteht laut Hautzinger darin, dass die Böden so nass seien, dass keine maschinellen Arbeiten möglich seien. Die Ernte der Zuckerrüben wurde vorübergehend gestoppt. Auch andere Getreide- und Gemüsesorten sind betroffen.

Rübenbauern: Ernte musste gestoppt werden 

„Die Ernte von Kartoffeln, Rüben, Mais und Soja ist jetzt nicht durchführbar. Wir haben in den vergangenen Wochen fast genauso viel Niederschlag gehabt wie sonst in einem ganzen Jahr. Wenn jetzt noch ein früher Wintereinbruch kommt, dann kann es sein, dass es gar nicht möglich ist, abzuernten“, so der Landwirtschaftskammerpräsident. Die Ernte bei den jetzigen widrigen Bedingungen durchzuführen hätte laut Hautzinger wenig Sinn, denn: „Dann wird die Struktur des Bodens beschädigt und die Schäden wären in den nächsten Jahren noch massiver.“