Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Veranstaltungshalle vorerst gescheitert. GATTENDORF / Der ÖVP-Antrag zur Rückabwicklung des Grundstückskaufes für die Eventhalle fand eine Mehrheit. Liga und ÖVP stimmten dafür, SPÖ dagegen.

Der Kauf des Grundstückes wird rückgängig gemacht. Gattendorf bekommt vorerst keine neue Eventhalle.BETTINA SCHEIDL  |  NOEN
x  |  NOEN

GATTENDORF / Bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderates sorgte vor allem das vorläufige Aus der geplanten und seit Jahren viel diskutierten Veranstaltungshalle für Zündstoff: Die ÖVP stellte den Antrag zur Rückabwicklung des Grundstückkaufes, der im März 2012 erfolgte und auf dem die geplante Veranstaltungshalle gebaut werden sollte. Dabei brachten die Stimmen der ÖVP (8) und der Liga (Liste Gattendorf, 1) gegenüber der SPÖ (an diesem Tag 7 statt 9, entschuldigt) und FPÖ (1 Stimme, an diesem Tag entschuldigt) die Mehrheit. Der Kaufvertrag zwischen der Gemeinde und dem Grundstückbesitzer wird nun rückgängig gemacht.
 

Grundkaufbeschluss: Seit  2011 geteilte Meinungen


Zur Vorgeschichte: 2009 bekannte sich der Gemeinderat per Grundsatzbeschluss dazu, Veranstaltungsmöglichkeiten im Ort zu schaffen. Laut Liga-Mandatar Reinhard Reiter heißt dies aber nicht unbedingt, eine Veranstaltungshalle zu bauen. Lange blieb es dann eher ruhig um das Thema, bis SPÖ und FPÖ auf diesem Gebiet wieder aktiv wurden. So wurde mit Mehrheitsbeschluss der SPÖ (9 Stimmen) und FPÖ (1 Stimme) im Winter 2011 im Gemeinderat beschlossen, den besagten Grund für den Bau der Eventhalle zu kaufen (die BVZ berichtetet). Schon damals trafen bei der Finanzierung des Grundstückankaufs und bei der Abdeckung der weiteren Kosten für das Projekt geteilte Meinungen aufeinander.

Ortsvize Karl Helm (SPÖ) wurde damals per Gemeinderatsbeschluss dazu beauftragt, den Grundankauf durchzuführen. Er erklärte im November 2011 gegenüber der BVZ, dass er sehr wohl glaube, dass dieses Projekt neben anderen wichtigen Investitionen möglich sei und es an der Zeit sei, einen Kommunikationsraum für alle Bürger zu schaffen. Dabei betonte er auch, dass die SPÖ-Gattendorf als Mehrheitspartei immer wieder als Entscheidungsträger fungiert habe und es dabei geschafft habe, sich für die Bürger einzusetzen.
 

März 2012: Vertrag für  Grundstück abgeschlossen


Kritisch zeigte sich damals Ortschef Franz Vihanek (ÖVP), der vor allem das Fehlen eines eindeutigen Konzepts und eines langfristigen Finanzierungsplans bemängelte. Auch Reiter („Liga“) erklärt: „Ich habe damals dagegen gestimmt, da ich vorab gerne ein Gesamtkonzept gesehen hätte, nur einen Grund zu kaufen allein, genügt nicht.“ Mitte März 2012 wurde dann der Kauf des rund 6.000 m? großen Grundstückes per Vertrag besiegelt. Laut Reiter (Liga) sei dieser negativ für die Gemeinde ausgefallen, da die Aufschließungskosten demnach pro Laufmeter der Straßen berechnet werden und nicht nach einem Quadratmeterpreis. „Dies hätte eine Kostenexplosion und eine enorme finanzielle Belastung für die Gemeinde bedeutet, die so nicht tragbar ist“, so Reiter. Diesem schließt sich Bürgermeister Vihanek an: „Das finanzielle Risiko wäre viel zu hoch gewesen. Das Projekt ist aus jetziger Sicht nicht finanzierbar. Die Aufschließungskosten wären viel zu teuer gewesen. Bevor das Projekt ein Fass ohne Boden wird, haben wir diesen Antrag gestellt.“

Gegenüber der BVZ möchte sich Vizebürgermeister Karl Helm (SPÖ) zur Sache selbst nicht äußern. Er merkte aber an, dass man sich nun im Gremium über diesen Entschluss sowie über die Modalitäten der Gemeinderatssitzungen beraten werde (Anmerkung der Redaktion: Zwei SP-Gemeinderäte waren am Tag der Gemeinderatssitzung entschuldigt.) Diesbezüglich habe es bereits ein Konsensgespräch von SP-Ortsparteiobmann Manfred Bertoletti mit Ortschef Franz Vihanek gegeben, man werde sich nun über weitere Maßnahmen besprechen.