Erstellt am 19. November 2012, 12:32

Verletzter Bub wieder in Schule. Nach dem Vorfall in Gols (Bezirk Neusiedl am See), wo am Freitag ein 13-Jähriger einen Mitschüler im Streit mit einer Schere verletzt hatte, war man am Montag in der Neuen Mittelschule um Aufarbeitung bemüht.

Gespräche mit den betroffenen Eltern wurden geführt, in der ersten Stunde wurden alle Schüler zusammengeholt und informiert. Ansonsten laufe der Schulbetrieb normal weiter, so Direktor Johann Schrammel. Der verletzte Schüler nahm bereits wieder am Unterricht teil.

"Ich bin über 35 Jahre Lehrer und habe so etwas Gott sei Dank noch nie erlebt", meinte der Direktor. Er habe in der letzten Stunde am Freitag selbst subliert und gegen 13.35 Uhr dann die Schüler entlassen. Wenige Minuten später war es dann zu dem Zwischenfall gekommen. "Der Bub hat hinten am Rücken geblutet", berichtete Schrammel.

Angeblich sei der andere Schüler von einem Viertklassler gehalten worden und habe sich dann mit einer Schere gewehrt, erzählte Schrammel. Der verletzte Schüler habe "eine kleine Fleischwunde" erlitten. Diese sei dann bei der medizinischen Behandlung desinfiziert und mit einem Pflaster versorgt worden. Seinem Kontrahenten habe man geraten, heute zu Hause zu bleiben.

Neben Polizei und Bezirkshauptmannschaft wurden auch der Schulpsychologische Dienst und der Jugendanwalt eingeschaltet: "Alles, was notwendig war, haben wir gemacht, in Absprache mit dem Landesschulrat und dem Bezirksschulinspektor", erzählte der Direktor.

Gleich in der ersten Stunde am Montag wurden die Schüler zusammengeholt. "Wir haben ihnen vor Augen geführt, dass das noch ärger hätte ausgehen können, wenn man unbedacht so etwas einsetzt wie eine Schere oder ein Messer."

"Jetzt wird mit diesen betroffenen Kindern in der Schule und in der Klasse gearbeitet, damit man den Kindern die Ängste nimmt und die Situation erklärt", erläuterte Bezirksschulinspektor Wolfgang Kery. Über mögliche Konsequenzen soll entschieden werden, wenn man Experten gehört hat.

Denkbar sei in Fällen von Fehlverhalten etwa eine Suspendierung für den Zeitraum von acht Tagen bis vier Wochen. Sollten Psychologen zur Ansicht kommen, dass Gefahr in Verzug sei, gebe es auch die Möglichkeit der Betreuung in einer heilpädagogischen Station.