Erstellt am 07. November 2012, 00:00

Vier Verladestellen im Bezirk schließen. Rail Cargo Austria / Die Anpassung unwirtschaftlicher Strukturen sei nötig, heißt es in der „RCA“-Aussendung. Bis Ende März sollen Schließungen folgen.

GATTENDORF/ KITTSEE/ PAMA / ZURNDORF / Vergangene Woche hat die Rail Cargo Austria (RCA), die innerhalb der ÖBB für die Abwicklung des Güterverkehrs verantwortlich zeichnet, bekannt gegeben, dass 41 Verladestellen in einem gestaffelten Zeitrahmen bis spätestens Ende März nicht mehr bedient werden. Betroffen davon sind auch vier Verladestellen im Neusiedler Bezirk - in Gattendorf, Kittsee, Pama und Zurndorf.

Laut RCA mache eine rückläufige Konjunktur eine weitere Anpassung unwirtschaftlicher Strukturen notwendig, um die Substanz des Unternehmens nachhaltig zu sichern und den hohen Schienenanteil am österreichischen Güterverkehr zu halten. Daher wurden österreichweit 140 Bedienstellen – schwach ausgelastete Verladestellen ohne Kostendeckung mit geringem täglichen Wagenaufkommen – einer betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen und aufgrund dieser beschloss der Aufsichtsrat die bevorstehenden Schließungen.

Christopher Seif, ÖBB-Pressesprecher für Wien, Niederösterreich und das Burgenland kommentierte am Montag gegenüber der BVZ: „Die Schließungen der Abfertigungsstellen haben keinen Abbau von Arbeitsplätzen unmittelbar zur Folge.“ Laut RCA bleibt bei allen betroffenen Bedienstellen die Infrastruktur erhalten, wodurch eine Folgenutzung durch regionale Initiativen möglich ist. Auch die RCA könnte bei entsprechenden Mengensteigerungen die Bedienstellen wieder anfahren.

Gründe: „Strategische Entscheidung“ 

Peter Zinggl, Verkehrskoordinator des Land Burgenlands erklärte gegenüber der BVZ, dass die Schließung der vier Verladestationen im Bezirk wahrscheinlich eine „strategische Entscheidung gewesen ist, da dies eigentlich eine Hochleistungsstrecke darstellt.“ Grundsätzlich sei es möglich, dass jedes Unternehmen Güterverkehr für die betreffende Strecke anbieten könne, erklärt Zinggl. Die Unternehmen könnten um eine Trasse, also ein bestimmtes Zeitfenster, in dem die Züge die Strecke befahren können, ansuchen. „Die ÖBB muss den Güterverkehr gewähren und die nötige Infrastruktur zu einem gesetzlich geregelten Tarif zur Verfügung stellen“, so Zinggl.