Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Vogelwarte präsentiert. Grenzüberschreitend / Die biologische Station in Illmitz und die Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel und Fertö-Hansag starten Projekt.

Genaue Aufzeichnungen. Die Beringung der besonders vielfältigen Vogelwelt (im Bild ein Eisvogel) ist nur eine der Aufgaben, die die Vogelwarte übernehmen soll. Zahlreiche Forschungsprojekte sollen durchgeführt werden. Biologische Station Illmitz  |  NOEN

ILLMITZ / Hinter dem Begriff der klassischen Vogelwarte für den Raum Neusiedler See und Hanság steht bei diesem grenzüberschreitenden EFRE-Projekt weitaus mehr als eine Beringungsstation: Der burgenländischen Naturschutzbehörde Abteilung 5 - III in Funktion der Biologische Station Neusiedler See und den beiden Nationalparkverwaltungen Neusiedler See - Seewinkel und Fertö-Hansag gelingt es damit, alle Voraussetzungen für die permanente Beobachtung und Erfassung der artenreichen Vogelwelt und die angewandte wissenschaftliche Auswertung in diesem Naturraum zu schaffen.

Österreich hat keine  nationale Vogelwarte

Als eines der wenigen Länder Europas verfügt Österreich über keine „nationale Vogelwarte“, in der die wissenschaftlich relevanten Daten über die brütenden, durchziehenden oder überwinternden Vogelarten zentral erfasst und damit für unterschiedlichste angewandte Zwecke nutzbar gemacht werden können. Sommerliche Vogelberingungscamps mit Studierenden aus Österreich und Deutschland haben am Schilfgürtel des Steppensees eine lange Tradition. Zahlreiche Forschungs- und Monitoringprojekte, vor allem seit der Planungsphase des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel, lieferten, unter anderem für das Flächenmanagement, wertvolle Erkenntnisse.

700.000 Euro stehen für EU-Projekt bereit 

Geographisch, aber auch inhaltlich wurden damit aber nur Teilbereiche abgedeckt. Das soll sich mit der nun präsentierten Einrichtung ändern: Die Vogelwarte bei der Biologischen Station in Illmitz und jene im ungarischen Nationalpark Fertö-Hansag werden im Rahmen eines grenzüberschreitenden EU-Projektes bis Oktober 2014 mittels EFRE-Mittel im Gesamtausmaß von knapp 700.000 Euro ertüchtigt und ausgebaut, um Forschungsaufgaben, die es in Österreich in dem Sektor konzentriert noch nicht gegeben hat, durchführen zu können.

Projektpartner sind die Biologischen Station und die beiden Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel und Fertö-Hansag.