Erstellt am 19. August 2015, 05:57

von NÖN Redaktion

Volksfest: Verdacht auf K.o.-Tropfen. Zwei Volksfest-Besuchern wurden vermutlich K.o.-Tropfen verabreicht. Ein Beweis dafür dürfte aber ausbleiben.

Hinterhältig. Im Partytreiben am Golser Volksfest wurden mehreren Besuchern offenbar K. O.-Tropfen untergejubelt. Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ

Am Wochenende machten in sozialen Netzwerken Gerüchte die Runde, dass am Golser Volksfest K.o.-Tropfen im Umlauf seien. „Seid vorsichtig, von wem ihr eure Getränke annehmt, K.o. Tropfen am Volksfest“, war etwa auf „Facebook“ zu lesen.

Am Montag wurde der BVZ von der Polizeiinspektion Gols bestätigt, dass die Warnungen nicht unbegründet waren: „Ja, es gab einige Verdachtsfälle, derzeit ist aber nicht geklärt, ob es sich tatsächlich um K.o.-Tropfen gehandelt hat“, so eine Polizeibeamtin. Die Polizei warte nun auf eine medizinische Auswertung.

Auswertung nach vier Stunden unmöglich

Wie der BVZ bekannt wurde, wird es eine derartige medizinische Auswertung aber nicht geben. Luc Bastian, der ärztliche Leiter des Krankenhauses Kittsee, wo am vergangenen Wochenende zwei Patienten mit dem Verdacht auf K.o.- Tropfen behandelt wurden, erklärt, wieso: „Es handelt sich dabei um eine chemische Verbindung, die sich sehr schnell auflöst. Nach drei bis vier Stunden ist sie nicht mehr nachweisbar. Am Wochenende findet man kein Labor, das die Proben so schnell auswerten kann.“

Obwohl es keinen Beweis dafür geben wird, dass am Golser Volksfest tatsächlich K.o.-Tropfen im Umlauf waren, so liegt der Verdacht aufgrund der Schilderungen mehrer Beteiligter nahe.

„Die Leute haben ein komplettes Blackout“

Kittsees Bürgermeisterin Gabriele Nabinger war als Notärztin am Volksfest im Einsatz und ließ die beiden Verdachtsfälle ins Krankenhaus einliefern.

Für die BVZ erklärt Nabinger die typischen Auswirkungen von K.o.- Tropfen, die sie auch bei den beiden Verdachtsfällen festgestellt hat: „Die Leute haben ein komplettes Blackout und wachen oft woanders auf, als sie zuvor waren. Es kommt auch oft vor, dass die Betroffenen von einer Sekunde auf die anderen aggressiv werden und dann wieder zusammenbrechen. Typisch sind auch Probleme mit dem Sprechen und enge, nicht reagierende Pupillen.“

Das Rote Kreuz rät beim Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome, sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen.