Erstellt am 05. August 2015, 09:15

von Denise Fuhrmann

Volkshilfe steigt aus. Die Volkshilfe Burgenland will das Seniorenpflegezentrum in Kittsee wegen unzureichender Auslastung abgeben.

Viele Interessenten. Die Volkshilfe Burgenland will sich vom Seniorenpflegezentrum in Kittsee bis Ende des Jahres trennen. Mögliche neue Betreiber gibt es bereits.  |  NOEN, Gabriele Nabinger
Die Volkshilfe Burgenland will sich von ihrem österreichweit einzigen Seniorenpflegezentrum in Kittsee trennen. Dies bestätigte der Geschäftsführer der Volkshilfe Burgenland, Thomas Eminger. Ob das Haus von SeneCura Kliniken, Betreiber des Neurorehazentrums in Kittsee, übernommen wird, konnte er nicht bestätigen. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass die HeimebetriebsgmbH Betreiber werde, grundsätzlich hätte ebenso der Samariterbund Burgenland Interesse am Kittseer Seniorenpflegezentrum, so Eminger.

Jedenfalls gebe es mehrere Interessenten, die die Übergabe des Pflegeheimes mit mehr als 50 Betten und 30 Mitarbeitern noch heuer möglich machen sollen.

24-Stunden-Pflege ist billiger als Heimplatz 

Das Problem, mit dem sich die Volkshilfe Burgenland konfrontiert sieht, besteht darin, dass im Pflegeheim in Kittsee ein Großteil der Betten frei bleibt.

Grundsätzlich sei zu beobachten, dass Pflegeheime vermehrt unsichere Zeiten vor sich hätten. Die 24-Stunden-Pflege sei nämlich um einiges billiger als eine Heimunterbringung. So kostet ein Heimplatz bis zu 3.000 Euro im Monat, während die 24-Stunden-Pflege daheim bereits um 800 Euro verfügbar ist.

Jahrelanger Ausbau von Pflegeeinrichtungen 

Das Burgenland verzeichnet österreichweit den höchsten Anteil an Senioren. Immer mehr Menschen brauchen daher im Alter Pflege und Betreuung. Deshalb wurde mehrere Jahre lang vor allem in den Ausbau der Altenwohn- und Pflegeheime investiert. Die derzeit 45 Häuser mit über 2.045 Betten sollten den Bedarf an Pflege langfristig decken. Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz im Durchschnitt 1.500 Euro im Monat zahlen. Ungefähr die selbe Nettosumme muss zusätzlich pro Person und Monat öffentlich aufgebracht werden, um einen Platz im Pflegeheim zu investieren.

Da die Volkshilfe Betreiber von bloß einem Pflegeheim in Kittsee ist, ist es natürlich schwer, das Haus bei unzureichender Auslastung, aufrecht zu erhalten. Deswegen plant die Volkshilfe nun, ihr Augenmerk auf „Kernkompetenzen wie der mobilen Pflege und Betreuung zu legen“, erklärt Eminger.