Erstellt am 18. Februar 2015, 08:47

von NÖN Redaktion

Kast: "Will das aufklären". Gemeinderat soll Erntehelfern im eigenen Weinbaubetrieb zu wenig bezahlt haben: "Vorwürfe sind unrichtig."

Im Laufen. Die Ermittlungen gegen Stefan Kast sind eingeleitet, er selbst möchste noch diese Woche eine Aussage machen.  |  NOEN, Reiter

Bei der Staatsanwaltschaft ging im Dezember eine Anzeige ein, erstattet wurde diese von einer Landesbehörde, bestätigt der Leiter der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Johann Fuchs auf Nachfrage der BVZ: „Die Polizei wurde noch im Dezember mit Ermittlungen betraut, das Ergebnis dieser Ermittlungen muss abgewartet werden.“

Behauptet werden Unregelmäßigkeiten bei der Lohnverrechnung. Stefan Kast soll Erntehelfern Stundenlöhne von 2,29 Euro bezahlt haben, so die Vorwürfe.

„Das ist unrichtig“, nimmt der Gemeinderat und ÖVP-Stadtpartei-Obmann dazu Stellung: „Ich habe bis vergangene Woche nichts von dem Ganzen gewusst, konnte jetzt Akteneinsicht nehmen und werde mich diese Woche noch bei den Behörden melden, um eine Aussage zu machen. Denn einvernommen wurde ich bis jetzt noch nicht. Mich hat noch niemand dazu angerufen.“

"Anzeige muss nachgegangen werden"

Zuerst müsse er wissen, was genau ihm vorgeworfen werde, deshalb möchte sich Kast sonst eher bedeckt halten: „Ich werde da aber jetzt sicher nicht nervös werden, sondern möchte darlegen, dass es eben nicht so ist. Ich will das aufklären“, betont der Neusiedler Gemeinderat und Stadtpartei-Obmann, der erst im Juni des Vorjahres die Eröffnung seines neuen Weinbaubetriebes feierte und Büroleiter von Landesrat Andreas Liegenfeld ist.

Mit Ermittlungsergebnissen rechnet man bei der Staatsanwaltschaft üblicherweise nach drei bis vier Monaten: „Wir versuchen, das strafrechtliche Spektrum dieser Unregelmäßigkeiten auszuleuchten, dabei gibt es sowohl sozial- als auch vermögensrechtliche Komponenten. Die Verdachtslage kann nicht als sehr substratreich bezeichnet werden, aber einer Anzeige von einer Behörde muss natürlich nachgegangen werden“, sagt Fuchs. Eine falsche Lohnverrechnung sei nicht automatisch strafrechtlich relevant. Im konkreten Fall gehe es um die Strafgesetz-§§ 153c (Vorenthalten von Dienstnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung) und 155 (Sachwucher).