Erstellt am 12. September 2012, 00:00

Vorzeitiger Badeschluss. Geschlossen / Badegäste stehen vor verschlossenen Türen des Golser Aquasplash. Pumpen sind kaputt, weil vergessen wurde, eine Wasserleitung abzudrehen.

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Von Birgit Böhm-Ritter

GOLS / Bäderbetreiber reiben sich dieser Tage die Hände. Hochsommerliche Temperaturen noch im September treiben viele Badegäste in die Strand- und Freibäder. Wer sich aber im Golser Aquasplash abkühlen wollte, der stand vor verschlossenen Türen. „Eine Reihe mehrerer unglücklicher Zufälle“, wie Bürgermeister Hans Schrammel (SPÖ) erklärte, zwang die Gemeinde das Freibad am 23. August, also schon lange vor Saisonende, zu schließen. Zum ersten sei der Bademeister den dritten Monat im Krankenstand, weswegen zwei ungarische Aushilfskräfte aufgenommen werden mussten. Einer dieser Aushilfskräfte hätte im Maschinenraum die Wasserleitung vergessen abzudrehen. Der nächste Unglücksfall: Die Pumpe, die sich in solchen Notfällen automatisch einschalten sollte, war defekt gewesen.

Maschinenraum unter Wasser

„Der Maschinenraum ist einen drei viertel Meter unter Wasser gestanden“, beschreibt der Ortschef die Situation. Dadurch seien auch andere Pumpen in Mitleidenschaft gezogen worden. „Alle acht Pumpen sind kaputt. Und Ersatzteile sind so schnell nicht zu bekommen.“ Die Lieferzeit liege bei fünf Wochen, da die Teile nur auf Nachfrage produzierte werden würden. Der Schaden sei über die Versicherung zwar gedeckt, dass man das Bad schon vor Saisonende schließen musste, sei aber natürlich eine Enttäuschung, so Schrammel.

Das Badrestaurant hat indessen zwar weiterhin geöffnet, hat aber auch mit Einbußen durch das Ausbleiben der Badegäste zu rechnen. „Viele Gäste haben eine Saisonkarte und hätten das schöne Wetter sicherlich noch genutzt, um ins Bad zu kommen“, glaubt Chefin Karin Reiner. Einige haben das auch gemacht und standen vor verschlossenen Türen. „Es kommen keine Informationen seitens der Gemeindeverantwortlichen“, kritisiert Reiner. Das Wasser sei ausgelassen worden, aber noch keiner hätte mit ihr über die derzeitige Lage gesprochen. „Ich weiß gar nicht, wie es nun weiter gehen wird“, sagt sie. Auch die Badegäste seien zu wenig informiert worden. Viele kommen extra aus Wien, Bratislava oder Ungarn und stünden dann vor einem leeren Becken.