Erstellt am 20. Oktober 2010, 00:00

„Warten auf unser Gehalt“. GEMEINDEPOLITIK SPÖ und ÖVP liegen im Streit miteinander. „Der Konflikt wird auf unseren Rücken ausgetragen“, sagen die Gemeindebediensteten.

Zwischen die Fronten geraten: Die Gemeindebediensteten in Jois warten noch auf ihre Monatslöhne.BIRGIT BÖHM-RITTER  |  NOEN
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JOIS“Wir werden in unseren Grundrechten beschnitten“, sagt Amtsleiter Franz Kiss. Am 15. des Monats hätten die Gemeindebediensteten ihr Gehalt bekommen sollen. „Bis jetzt hat es noch keine Überweisung der Monatslöhne gegeben“, ärgert sich Kiss am Montag.

Seit der Abwahl des Gemeindekassiers Franz Lag (SPÖ) und der Neuwahl von Johannes Knittl (ÖVP) am 24. September konnte die Gemeinde keine einzige Überweisung durchführen. „Es wurden noch keine Unterschriftenproben des neuen Kassiers bei der Bank hinterlegt“, erklärt der Amtsleiter. 23 Gemeindebedienstete warten nun auf ihr Gehalt. Sie sehen sich als Spielball der Politik. „Die politischen Querelen zwischen der SPÖ und der ÖVP in Jois werden nun auf unserem Rücken ausgetragen“, ergänzt Franz Kiss.

In einer Versammlung am Donnerstag wollen die Gemeindebediensteten ihr weiteres Vorgehen planen. „Sollte unser Gehalt in den nächsten Tagen nicht ausbezahlt werden, dann überlegen wir unseren Arbeitgeber - die Gemeinde - zu verklagen“, sagt Kiss. Die Gewerkschaft habe ihre Unterstützung diesbezüglich schon zugesagt. Auch Bürgermeister Leonhard Steinwandtner (SPÖ) stehe hinter den Bediensteten. „Er hat die Anordnung zur Überweisung der Gehälter gegeben, aber die Unterschrift des Kassiers ist zwingend“, sagt Kiss. Der neu gewählte Kassier Johannes Knittl möchte in der momentan heiklen Phase keinen Kommentar abgeben. „Wir sind derzeit in ganz schwierigen Verhandlungen mit der Landesregierung und der SPÖ“, erklärt ÖVP-Ortsparteiobmann Karl Kiss, „die Löhne sollen aber so bald wie möglich bezahlt werden.“ Bei Redaktionsschluss stand das Ergebnis dieser Verhandlungen noch nicht fest.