Erstellt am 15. August 2012, 00:00

Wasserversorgung: Bürger entscheiden über Zukunft. VOLKSBEFRAGUNG / Am 26. August müssen sich Bürger zwischen der Beibehaltung der eigenen Wasserversorgung oder dem Anschluss an einen Wasserversorger entscheiden.

Emotionales Thema. Am 26. August entscheiden die Bürger über die Zukunft der Wasserversorgung im Ort. Foto: SCHEIDL  |  NOEN
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VON BETTINA SCHEIDL

POTZNEUSIEDL / Seit Bestehen des Ortes liegt die Wasserversorgung in Potzneusiedl in Händen der Gemeinde - weshalb die anstehende Volksbefragung über die Beibehaltung der eigenen Wasserversorgung oder den Anschluss an einen Wasserversorger wie etwa den „Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland“ im Ort hohe Wellen schlägt: Gemeinsam mit Mönchhof ist Potzneusiedl derzeit die letzte Gemeinde, die ihre Wasserversorgung selbst betreibt.

Seit 2002: 42.500 Euro pro  Jahr aus Gemeindebudget

 

Dennoch muss am Sonntag, dem 26. August, eine Entscheidung getroffen werden, da dringend Handlungsbedarf gegeben ist, weil die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser nicht mehr gewährleistet werden kann, wie Ortschef Franz Werdenich (ÖVP) gegenüber der BVZ erklärt: „Es muss bald eine Entscheidung getroffen werden, da es um die Zukunft der Wasserversorgung für alle geht. Dies sollte eine nachhaltige Entscheidung sein, die eine Versorgung mit ausreichend Wasser sichert, technisch einwandfrei und auch wirtschaftlich für die Gemeinde ist.“ Laut der Juli-Ausgabe der Potzneusiedler Gemeindeinformation standen in den letzten zehn Jahren Einnahmen von rund 485.000 Euro Ausgaben von 910.000 Euro gegenüber, was bisher eine jährliche Zahlung von rund 42.500 Euro aus dem Gemeindebudget bedeutete.

Weiters erklärt Werdenich, dass es im Dezember eine Bürgerversammlung gegeben habe, bei der von ihm angekündigt wurde, eine Volksbefragung durchzuführen und bei der die Möglichkeiten zur eigenen Wasserversorgung sowie durch einen Wasserverband erstmals präsentiert wurden. Seither wurden Fakten über alle Varianten zur eigenen Wasserversorgung und jener über einen Wasserverband gesammelt und erste Kostenvoranschläge eingeholt. Beim Infoabend am 14. August präsentierte ein Ziviltechniker die vier möglichen Varianten (siehe Infobox) noch einmal genau berechnet und erläuterte alle Fakten dazu - jetzt sind die Potzneusiedler am Zug. Für die Volksbefragung stellte Werdenich in seiner Funktion als Bürgermeister einen Antrag, dieser wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Prinzipiell positiv steht der Volksbefragung auch Vizebürgermeisterin Andrea Netuschill (SPÖ) gegenüber: „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Bürger ihre Meinung in die Politik einbringen und aktiv mitarbeiten können. Und schließlich müssen hier auch die Einwohner den Wasserpreis bezahlen. Der Zeit-und Recherchefaktor, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist aber enorm, weshalb ich einen späteren Termin nach den Gemeinderatswahlen vorgezogen hätte. Natürlich ist es auch ein besonderes Thema für den Ort, auch ich habe eine emotionale Verbindung dazu.“

Dem Gesetz nach ist das Ergebnis der Volksbefragung für das weitere Vorgehen im Gemeinderat nicht bindend, Werdenich und Netuschill betonen gegenüber der BVZ jedoch beide, sich an der Meinung der Mehrheit zu orientieren. Auf die Frage, für welche Art der Wasserversorgung sie sich aussprechen, gab es allerdings kein Statement.