Erstellt am 04. November 2015, 06:02

von Birgit Böhm-Ritter

Keller bekommt Zuschlag. Entscheidung über Pachtvertrag bei der Gemeinderatssitzung mit ÖVP-Stimmen gefällt. Konzept einer Neugestaltung soll bis Frühjahr 2017 umgesetzt werden.

So könnte sich das Seerestaurant in Weiden am See ab der Sommersaison 2017 präsentieren. Die ersten Entwürfe des Architektenbüros Halbritter und Hillerbrand sind vielversprechend.  |  NOEN, Foto: ZVG
Mit dem Ende des Pachtvertrages von Alois Rechberger im September 2016 (die BVZ berichtete) beginnt eine neue Ära im Seebad Weiden. In der vergangen Gemeinderatssitzung vom 29. Oktober ist eine Entscheidung über die Zukunft des Seerestaurants gefallen. Mit Philipp Keller und Hans Fazekas gab es zwei Interessenten, die sich mit einem Gesamtkonzept inklusive Neubau des Restaurants als Pächter beworben haben.

Elf der 18 anwesenden Gemeinderäte gaben ihre Stimmen für Philipp Keller ab, der in enger Kooperation mit einem Investor das Projekt umsetzen möchte. Mit Ausnahme einer Enthaltung stimmte die ÖVP-Fraktion geschlossen für ihn als neuen Betreiber.

Die acht Gemeinderäte der SPÖ und der Grünen hätten das Projekt von Hans Fazekas bevorzugt. Gegenüber der BVZ betonen alle Fraktionen, dass die Entwürfe beider Interessenten gut durchdacht seien. Wirtschaftliche Vorteile sieht die ÖVP allerdings in einer Zusammenarbeit mit Keller. „Mit diesem Beschluss fließen um 300.000 Euro mehr innerhalb einer Pachtdauer von 40 Jahren in die Gemeindekassa“, erklärt Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP), das aus seiner Sicht bessere Angebot.

„Zweite Mole West brauchen wir nicht“

SPÖ und Grüne wiederum sind der Meinung, dass Fazekas seine Ideen besser den Bedürfnissen der Ortsbevölkerung angepasst hätte. „Er ist selbst Weidener. Wir hätten ihm eher zugetraut, dass er auf die Einheimischen eingeht, sowohl was die Wünsche der Badegäste, aber auch, was die Zusammenarbeit etwa mit den Winzern im Ort betrifft“, begründet SPÖ-Obmann Heinrich Hareter sein Stimmverhalten.

In die gleiche Kerbe schlägt Andreas Rohatsch, Gemeinderat der Grünen und Unabhängigen (GUW). Er hoffe, dass mit der Verwirklichung des beschlossenen Projektes nicht nur eine gehobene Klientel befriedigt werde: „Eine zweite „Mole West“ brauchen wir nämlich nicht.“ Er findet aber auch positive Worte zum beschlossenen Gesamtkonzept und spricht von einer „sehr schönen Architektur“. Bedauerlich sei, dass ein Großteil der derzeit öffentlichen Liegefläche nicht mehr frei zugänglich sein werde.

1.200 Quadratmeter Stegfläche

Die Entwürfe des beschlossenen Projektes lassen einiges erwarten. Das ab der Sommersaison 2017 von Philipp Keller geführte neue Seerestaurant soll ein schlichtes Objekt werden, das sich in die Natur integriert. Neben einem ganztägig geöffneten gut-bürgerlichen Restaurant, wird das moderne Haus ein Abendlokal mit gehobener Küche beherbergen. Im Obergeschoss wird mit einem Veranstaltungsraum eine Möglichkeit für Seminare, Hochzeiten, Kabaretts und kleine Konzerte geschaffen.

Darüber hinaus ist eine 1.200 Quadratmeter große Stegfläche mit einem Launch-Bereich geplant. Eine kleine Marina mit 30 Bootsliegeplätzen und einer Sanitäranlage komplettiert das Projekt.
Die Pläne werden in absehbarer Zeit den Weidener Bürgern präsentiert. „Die Bevölkerung soll miteingebunden werden und noch Anregungen und Ideen einbringen können, so steht es auch in der Ausschreibung“, sagt Bürgermeister Schwartz.