Erstellt am 10. September 2014, 08:18

von Birgit Böhm-Ritter

Kommt das Sportzentrum?. Volksabstimmung / Die Weidener entscheiden mit ihren Stimmabgaben selbst, ob ein neues Sportzentrum gebaut wird oder nicht. SPÖ und Grüne mobilisieren gegen das Projekt.

Von der Bevölkerung gab es ein "Nein" zum Bau eines neuen Sport- und Freizeitzentrums.  |  NOEN, Gemeinde Weiden am See

Am Sonntag hat die Weidener Bevölkerung die Möglichkeit aktiv die Gemeindepolitik zu bestimmen. Die Wahlberechtigten werden im Rahmen einer Volksabstimmung in die Wahllokale gebeten. Sie sollen ihre Stimme für oder gegen den Bau eines neuen Sportzentrums abgeben.

Konkret wird darüber abgestimmt, ob ein Gemeinderatsbeschluss vom 25. März 2014 geltend wird, der folgendermaßen lautet: „Der Gemeinderat hat die Errichtung eines neuen Sportzentrums beschlossen, wenn sichergestellt ist, dass beim Bau des neuen Sportzentrums für die Gemeinde keine Kosten entstehen. Das heißt, dass die Errichtung des neuen Sportzentrums nur umgesetzt wird, wenn die Anlage zur Gänze mit dem Erlös aus dem Grundverkauf des bestehenden Sportplatz-Areals finanziert werden kann.“

SPÖ und GUW: „Kein Nullsummenspiel“

SPÖ sowie die Grünen und Unabhängigen Weiden am See (GUW) sind gegen das große Bauprojekt. Die GUW befürchtet, dass das Gemeindebudget auf Jahre belastet wird und es sich nicht um ein „Nullsummenspiel“ handelt. In der Kalkulation seien einige Posten vergessen worden, heißt es in einer Aussendung der Oppositionspartei, so etwa die Immobilientransaktionssteuer oder der Ankauf der Grundstücke beim Forstgarten. Außerdem seien bis dato keine detaillierter Planungsunterlagen vorhanden.

In die gleiche Kerbe schlägt die SPÖ, die sich zwar prinzipiell für einen neuen Sportplatz aussprach, die Kostenrechnung des Bürgermeisters aber bezweifelt. Heinrich Hareter, SPÖ-Obmann kritisiert darüber hinaus den Alleingang der ÖVP: „Wir wurden weder vom Sportverein noch vom Bürgermeister in das Projekt eingebunden.“

1,8 Millionen für neues Sportzentrum

Etwa 1,8 Millionen Euro sollen in das neue Sportzentrum investiert werden. „Das sind die zur Verfügung stehenden Geldmittel. Grundankauf und Transaktionssteuer sind bereits abgezogen“, erklärt Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP). Er rechnet mit einer Einnahme von etwa 2,3 Millionen Euro durch den Verkauf des derzeitigen Sportplatzes. Damit sei der Bau eines Sportzentrums zu realisieren. Neben den beiden Spiel- und Trainingsplätzen für die Fußballer könnte das Sportzentrum einen Beach-Volleyballplatz, einen Basketballplatz, einen Skaterplatz, einen Outdoorfitnessplatz sowie Wettkampfbahnen für die Feuerwehr bekommen und damit ein Sportzentrum für alle Generationen sein.

Schwartz betont: „Das Sportzentrum wird nur gebaut, wenn die Realisierung mit dem Erlös aus dem Sportplatz-Verkauf möglich ist.“ Er zeigt sich zuversichtlich, auch weil sich schon einige Helfer gemeldet hätten, die mit ihrer Eigenleistung das Projekt unterstützen wollen.

Spannend: Ausgang der Abstimmung ungewiss

Der Ausgang der Abstimmung bleibt wohl bis zum Ende der Auszählung spannend. Selbst Bürgermeister Schwartz traut sich keine Prognosen abzugeben: „Der Ausgang ist ungewiss“. Er rechnet allerdings mit einer Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent. Damit wäre das Ergebnis für den Gemeinderat jedenfalls bindend. Mindestens 40 Prozent der Wahlberechtigten müssen ihre Stimmen abgeben, damit das Ergebnis gilt.

SPÖ-Obmann und Gemeinderat Heinrich Hareter ist betreffend der Wahlbeteiligung zuversichtlich. Er ist der festen Meinung, dass sich die Weidener Mehrheit gegen das Projekt „Sportzentrum neu“ entscheiden wird.


Volksabstimmung

  • zum Beschluss des Gemeinderates vom 25. März 2014 zum Tagesordnungspunkt 10 betreffend den Bau eines neuen Sportzentrums

  • am 14. September 2014 in der Gemeinde Weiden am See

  • Wahllokale:

    • Sprengel 1: Gemeindeamt

    • Sprengel 2: Volksschule

  • Wahlzeit: 7 Uhr bis 15 Uhr