Weiden am See

Erstellt am 22. September 2016, 13:52

von Birgit Böhm-Ritter

Seewirt „Luis“ sagt Adieu: Abriss hat bereits begonnen!. Das Weidener Seerestaurant ist Geschichte: Die Abrissarbeiten haben bereits begonnen. Seewirt Alois Rechberger nimmt Abschied.

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Nach unzähligen Hochzeiten, die im Seerestaurant stattgefunden haben, feierte am Samstag nun das letzte Hochzeitspaar dort seinen schönsten Tag des Lebens. Bereits diese Woche fahren die Bagger auf und beginnen mit den Abrissarbeiten des in die Jahre gekommenen Hauses. Es wird einem neuen modernen Projekt weichen (die BVZ berichtete).
Für den Wirten Alois „Luis“ Rechberger, der nach 30 Jahren seinen Pachtvertrag mit der Gemeinde nicht mehr verlängern wollte, gestalteten sich die letzten Wochen als Seewirt, wie er sie sich nicht besser erträumen hätte können. Der Wettergott bescherte dem eingefleischten Gastronomen einen noch nie da gewesenen September, auch was den Umsatz betrifft.

„An einen so warmen und sonnigen September kann ich mich nicht erinnern“, blickt er zurück. Am Sonntag feierte er seinen letzten Tag „am See“ mit Freunden und Stammgästen. Der meist getätigte Spruch an diesem Tag „Schade, dass ihr aufhört“, ist eine Bestätigung für Rechberger und sein Team: „Das freut uns natürlich riesig, wenn nach so vielen Jahren immer noch eine positive Rückmeldung kommt.“

Alois Rechberger: „Schön wars, aber es wird Zeit Abschied zu nehmen.“  |  Birgit Böhm-Ritter

An die Anfänge seiner Zeit im Seerestaurant kann er sich gar nicht mehr so genau erinnern. Eines weiß er aber: Der Tourismus hat sich gewaltig verändert. Früher seien die ersten Gäste bereits um 8 Uhr zum Frühstücken gekommen und die Liegewiese sei voll gewesen. „Wenn ich heute um 9 Uhr aufsperre, bin ich eigentlich immer noch zu früh dran“, erzählt er. Die Gäste würden auch nicht mehr so viel konsumieren.

Land prüft neuen Pachtvertrag

Der Tourismus sei gewaltig zurückgegangen. Die immer steigenden Tourismuszahlen zweifelt Rechberger an. „Da belügt uns die Politik“, ist er sich sicher, „Arbeiter und Schüler werden heute in den Statistiken mitgezählt, das war früher nicht der Fall.“

Herausfordernd ist die Branche mit Sicherheit. Das wissen auch Rechbergers Nachfolger – die Gastronomenfamilie Tösch und der Investor Martin Pfundner, die derzeit auf Hochtouren am neuen Seerestaurant planen und behördliche Hürden zu nehmen haben. Derzeit wird der mit der Gemeinde abgeschlossene Pachtvertrag von der Gemeindeaufsicht der Landesregierung geprüft. Pfundner zeigt sich zuversichtlich, dass bis Ende des Monats die Prüfung positiv abgeschlossen sein wird.

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