Erstellt am 20. Juni 2012, 00:00

Weidener Gemeinderäte wechseln von Rot zu Grün. GEMEINDEPOLITIK / Andreas Zschutschke und Andreas Rohatsch wollen die Entscheidungen der SPÖ nicht mehr mittragen.

WEIDEN AM SEE / Die junge Ortsgruppe der „Grünen und Unabhängigen“ in Weiden am See bekommt Verstärkung. Die beiden Gemeinderäte Andreas Zschutschke und Andreas Rohatsch, die bisher der SPÖ angehört haben, wechseln nun die Fraktion. Mit den Entscheidungen der SPÖ vor allem im Bereich Natur- und Umweltschutz seien die beiden nicht mehr einverstanden gewesen, lautet die Begründung.

Das Ergebnis war ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten im Gemeinderat, wie zum Beispiel zum geplanten Bauprojekt im Schilfgürtel zwischen Feriensiedlung und Seepark, aber auch vermehrt kritische Fragen über verschiedene Projekte und Entscheidungen der Gemeinde. Rohatsch und Zschutschke befürworten die Ziele der Grünen in Weiden für eine neue Art der Politik und ihr Engagement für den Schutz der Umwelt und haben sich daher entschlossen, die Gruppe aktiv zu unterstützen.

Für ökologisch vertretbare  Gemeindeentwicklung

Gemeinderat Andreas Zschutschke möchte die Chance für Veränderungen nutzen, „damit Projekte und Entscheidungen sowie mögliche Konsequenzen daraus frühzeitig transparent gemacht werden. Wir wollen die Chance für Bürger zur Mitsprache und nicht die Präsentation von vollendeten Tatsachen.“

Es gehe dabei aber nicht darum, Projekte zu verhindern. „Es geht uns um eine ökologisch vertretbare Entwicklung unserer Nationalparkgemeinde, die vor allem vom sanften Tourismus lebt. Und es geht um einen sensiblen Umgang mit unserer Umwelt und die Bewahrung einer intakten Natur für unsere Kinder“, betont Gemeinderat Andreas Rohatsch.

Bis zu den Gemeinderatswahlen am 7. Oktober werden die Beiden als fraktionslose Gemeinderäte ihre Verantwortung weiterhin wahrnehmen und wollen „in dieser Funktion für Transparenz und Information sorgen.“

Für Vize-Bürgermeister Günter Flacker (SPÖ) war bekannt, dass die beiden Mandatare bei der Gemeinderatswahl nicht mehr für die SPÖ ins Rennen gehen werden. Dass Rohatsch und Zschutschke aber schon jetzt zu den Grünen wechseln, kommt auch für Flacker selbst überraschend. „Es tut mir persönlich leid, aber ich muss die Entscheidung akzeptieren“, sagt der Vize-Bürgermeister.