Erstellt am 15. Oktober 2013, 10:57

„Weiterschicken, sonst bist du tot“. Droh-Sprachnachrichten / Schüler erhalten Sprachnachrichten, die mit dem Tod drohen. Schulverantwortliche setzen nun auf Aufklärung.

Von Pia Reiter und Katharina Zedlacher-Fink

Droh-Sprachnachrichten / Eine mechanische Frauenstimme sagt: „Wenn du diese Sprachnachricht nicht innerhalb der nächsten zehn Minuten weiterschickst, wirst du um 0.30 Uhr sterben“.

Diese Sprachnachricht erhielt eine 11-jährige Schülerin des Gymnasiums Neusiedl am See vor rund einem Monat, wie sie der BVZ erzählt. Die Sprachnachricht sei ihr komisch vorgekommen, deshalb habe sie sie auch gleich gelöscht.

Neu ist Drohnung per Sprachnachricht

Erhalten hat die Schülerin diese Drohnachricht auf WhatsApp (siehe Infobox), ähnlich wie andere ihre Mitschülerinnen, von einem ihrer Kontakte. Droh-Sms, ähnlich den altmodischen Kettenbriefen, hat die 11-Jährige bereits öfters bekommen, eine derartige Sprachnachricht aber noch nie zuvor.

„Wir haben bereits Infoschreiben an alle Schulen rausgeschickt. Die Schüler sollen informiert werden, dass sie keine Angst zu haben brauchen und diese Nachrichten sofort löschen sollen“, sagt Bezirksschulinspektor Wolfgang Kery, der sich zusammen mit dem für den Bezirk zuständigen Schulpsychologen Klaus Fandl dem Thema angenommen hat.

„Wichtig ist eine sachliche Aufklärung, und dass die Schüler über derartige Nachrichten auch reden“, erklärt der Schulpsychologe (siehe auch Interview auf Seite 15). Das unterstreicht auch Heinz Zitz, Fachinspektor für IT beim Landesschulrat für das Burgenland. Ihm ist besonders die Bewusstseinsbildung bei Eltern und Kindern wichtig: „Viele wissen gar nicht, was sie damit anrichten können. Man sollte schon sehr früh damit beginnen das Thema zu behandeln, sogar in Volksschule und Kindergarten“, so der IT-Experte.

Mittelschulen setzen auf Aufklärung

Auf die „Gefahr“ Internet und Smartphone haben auch die private NMS Neusiedl am See und die Neusiedler Mittelschule reagiert. Beide haben Vorträge und Schulungen organisiert, wo Experten den Schülern anschaulich die Konsequenzen bei falscher Nutzung deutlich machten.

„Man kann das Thema Internet und Handy nicht mehr wegzaubern. Wir müssen den Kindern beibringen, wie sie gut damit leben können“, sagt Wolfgang Borbely, Direktor der privaten NMS. Dort muss das Handy während der Schulzeit abgeschaltet sein. Das besagt die neue Schulordnung, die sich Borbely vom Schulforum absegnen ließ. Die Nutzung von Handys während der Schulzeit muss jede Schule für sich regeln.

Lesen Sie dazu auch den BVZ-Kommentar „Wo der Spaß klar aufhört“ von Pia Reiter: