Erstellt am 02. Dezember 2015, 11:03

von Bettina Scheidl und Katharina Zedlacher-Fink

„Wir hoffen und bangen“. Die Mitarbeiter im Bezirk erfuhren überraschend von der Pleite ihres Arbeitgebers. Die BVZ fragte im Zielpunkt in Kittsee und in Neusiedl am See nach.

Markus Wolf, Filialleiterstellvertreter im Zielpunkt in Kittsee: »Mittwoch Abend per Fax davon erfahren«  |  NOEN, Zedlacher-Fink

Per Fax wurden am Mittwochabend die Mitarbeiter über die Insolvenz ihres Arbeitgebers informiert, sagt Markus Wolf, Filialleiterstellvertreter im Zielpunkt in Kittsee. Für die neun Mitarbeiter in Kittsee und die Mitarbeiter in den Filialen des Bezirks (Neusiedl am See, Gols, Frauenkirchen und Illmitz) ist die Zukunft nun ungewiss.

Filiale in Neusiedl am See mit 12. Dezember zu

„Wir wissen noch nicht wie lange wir offen haben werden. Wir arbeiten nun weiter, versuchen die Situation anzunehmen, und sind mit der Gewerkschaft in Kontakt“, erklärt Wolf weiter. In der Filiale in Neusiedl am See weiß man bereits, dass mit 12. Dezember die Filiale geschlossen wird.

Eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, schildert der BVZ: „Uns bleibt nichts anderes übrig, als bis zur Schließung der Filiale arbeiten zu gehen und weiterhin für unsere Kunden da zu sein, obwohl wir nicht wissen, ob und wie unsere Löhne bezahlt werden. Wir hoffen und bangen, dass unser Standort von einem anderen Lebensmittelhandel übernommen wird, doch darauf hoffen wahrscheinlich nun alle Mitarbeiter österreichweit.

Kurz vor Weihnachten war diese überraschende Mitteilung für uns alle natürlich sehr bitter.“ Werner Thell, Besitzer jener Immobilien in Neusiedl am See und Frauenkirchen, in denen Zielpunkt bislang als Mieter fungierte, erklärt auf Anfrage der BVZ, dass bis dato keine Lebensmittelkette mit ihm in Kontakt getreten sei und Interesse an einer Fortführung der Geschäftslokale als Supermärkte bekundet hätte:

„Mir persönlich tut das natürlich sehr leid, denn sowohl in Neusiedl am See als auch in Frauenkirchen ist der Bedarf an einem zentral gelegenen Nahversorger im Stadtzentrum gegeben, vor allem für den älteren Teil der Bevölkerung.“

Mitarbeiter hoffen auf  neuen Arbeitgeber

Seiner derzeitigen Einschätzung nach sei jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich in beiden Immobilien erneut Nachfolger aus dem Lebensmittelhandel finden und die Filialen damit bestehen bleiben, sehr gering, so Thell:

„Da Zielpunkt aber erst mit 1. Dezember offiziell Insolvenz anmeldet und ein Masseverwalter bestimmt wird, dessen Pläne man heute noch nicht kennt, lässt sich aber noch nichts Definitives über die zukünftige Nutzung der Immobilien sagen.“

Derzeit hält man auch unter den „Zielpunkt“-Mitarbeitern an der Hoffnung fest, dass einzelne Filialen von anderen Supermarktkonzernen übernommen werden. Oder man schaut sich bereits nach einer neuen Arbeitsstelle im Einzelhandel um.