Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Wirbel um Erhöhung. ORTSTAXE / Die Erhöhung von 90 Cent auf 1,50 Euro sorgt auch im Bezirk Neusiedl am See für Unverständnis.

BEZIRK NEUSIEDL AM SEE / Für Diskussionen sorgte die Erhöhung der Ortstaxe bei der Tourismuswirtschaft im Bezirk. Bei einer Umfrage der BVZ reichten die Reaktionen von Unverständnis über Besorgnis und großen Unmut.

Auch Bert Jandl, Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) im Burgenland meldete sich zu Wort: Für ihn ist eine einseitige Erhöhung der Kosten für die gemeinsamen Marketingaktivitäten unvorstellbar. Er wünscht sich ein neues partnerschaftliches Modell, das die Leistung und die partnerschaftliche Finanzierung sicherstellt: „Die jetzige Erhöhung darf kein Freibrief für künftige Einsparungen auf dem Rücken der Tourismusbetriebe sein.“

Keine Budgetsanierung zu  Lasten des Tourismus

„Wenn der Landtag die Hotellerie zur Kasse bittet, muss klar sein wofür“, erklärt Bert Jandl, ÖHV-Landesvorsitzender und Direktor der Vila Vita Pannonia in Pamhagen. Die kolportierte Aufteilung der Mehreinnahmen sei nicht nachvollziehbar: 17 Prozent davon sollen an die Gemeinden gehen: „Da fragen wir uns schon wofür: Wir haben die steigenden Ausgaben der Gemeinden nicht verursacht, sondern bringen ihnen im Gegenteil viel Geld.“

Die Hotellerie stehe zu professionellem Marketing, von der die gesamte Region profitierte. Er fordert daher den Landtag auf, auch die Marketingbeiträge von Land und Gemeinden anzupassen: „Die Belastung einseitig zu erhöhen und selbst nur noch mehr kassieren zu wollen, das geht nicht“, verlangt Jandl eine Garantie des Landes, dass die Marketingbeiträge in den kommenden Jahren entsprechend erhöht werden: „Das zahlt sich auch aus.“

Klaus Hofmann, Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge schließt sich der Aussage von Bert Jandl an. Er hofft, dass das Geld im Sinne der Ziele des Burgenland-Tourismus eingesetzt wird. Dabei spricht er von Marketingaktionen, die die Internationalisierung des burgenländischen Tourismus vorantreiben und den Standort als Ganzjahresdestination etablieren sollen.

Für Tourismusdirektor Mario Baier ist die Erhöhung der Ortstaxe ein wichtiger Schritt, um die Erfolge der letzten Jahre weiterzuführen: „Hohe Qualität ist in allen Bereichen gefordert Bei dem im Burgenland erhobenen durchschnittlichen Nächtigungsaufwand des Gastes von rund 43 Euro bedeutet die Anhebung der Ortstaxe eine Erhöhung von lediglich 1,4 Prozent auf 43,60 Euro. Burgenland Tourismus setzt mit den zusätzlichen Mitteln auch Werbeaktivitäten, die den burgenländischen Betrieben zugute kommen; von den Investitionen in qualitätsverbessernde Maßnahmen profitiert nicht zuletzt auch der Gast.“

„Die Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Ortstaxe sind für qualitätsvolle, Tourismus fördernde Zwecke und Maßnahmen zu verwenden, was auch gesetzlich verankert ist. Die Erhöhung soll mit 1.1.2012 in Kraft treten“, betont die zuständige Tourismuslandesrätin Michaela Resetar .