Erstellt am 26. Februar 2014, 23:59

Wirbel um Tauben. Seit über 40 Jahren züchtet Johann Csida Tauben. Bei seinem Nachbarn Martin Egger stößt das Hobby auf wenig Gegenliebe.

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Von Paul Haider

Neusiedl am See / Der Neusiedler Künstler Martin Egger liegt derzeit mit seinem Nachbarn im Clinch. Der Grund: die 94 Brieftauben nebenan. „Die Gartenbenützung zur Erholung ist undenkbar. Bei jedem Windstoß rieselt der Taubenkot von den Dächern. Wir fürchten um unsere Gesundheit!“, schildert Egger sein Problem. Weitere Streitpunkte sind die angebliche Geruchs- und Lärmbelästigung durch die Tauben.

Der Nachbar Johann Csida hingegen zeigt wenig Verständnis für Eggers Beschwerden: „Ich züchte hier seit 1969 meine Tauben. Nebenan war früher ein Kaffeehaus, da sind die Gäste im Hof gesessen. Unter drei verschiedenen Eigentümern gab es nie auch nur den Hauch einer Beanstandung!“

Gemeinde: „Keine  Geruchsbelästigung“

Zu dem Vorwurf der Lärmbelästigung durch die Tauben meint Csida: „Die Bezeichnung Lärm ist natürlich subjektiv. Für den Einen ist das Gurren von Tauben Musik in den Ohren, für den Anderen ist es Lärm.“

Martin Egger hat jedenfalls weitere Schritte unternommen, nachdem sich die Nachbarn nicht untereinander einigen konnten: „Von der Gemeinde Neusiedl wurde unser Problem bagatellisiert, deshalb haben wir uns an die Volksanwaltschaft gewendet.“

Martin Egger: „Meine Familie und ich fürchten um unsere Gesundheit!“ 

Johann Csida sieht sich im Recht: „Ein Organ von der Gemeinde Neusiedl war hier. Es wurde festgestellt, dass keine Geruchsbelästigung vorliegt. Meine Schläge werden zwei Mal täglich gereinigt. Und laut dem burgenländischen Raumplanungsgesetz ist die Taubenhaltung ausdrücklich nicht verboten.“