Erstellt am 21. August 2013, 12:29

Wirte: „Viel blauer Dunst um Nichts“. Neusiedl am See | Zahlreiche Neusiedler Gastronomen finden Gesetz übertrieben, wünschen sich aber klare Regelung von der Politik.

Streitthema. Kalt lässt das Nichtraucherschutz-Gesetz kaum jemand unter den Wirten der Stadt. Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ
Von Pia Reiter und Stefanie Rieder

Rauchfreier Zugang | Klare Richtlinien, keine schwammigen Formulierungen im Gesetz, die wiederum ausreichend Platz zur Auslegung lassen: Das wünschen sich Neusiedls Stadt-Gastronomen, wie eine Umfrage der BVZ ergab.

Nichtraucherschutz-Gesetz wird als übertrieben empfunden

Auch wenn Bezirkshauptmann Martin Huber (siehe auch Interview rechts) den Wirten ein gutes Zeugnis ausstellt: „Heuer hatten wir nur mehr eine Anzeige wegen einer falschen Abtrennung zwischen Raucher- und Nichtraucher-Bereich. Die durch das Gesetz nötigen Umbauarbeiten hat der Großteil der Wirte bereits erledigt.“

Das trifft auch auf Kurt Windholz (Rasthaus zur Alten Mauth) zu. Er meint, bei ihm seien keine weiteren Umbauten notwendig, weil sich der rauchfreie Zugang arrangieren lassen werde. Generell findet Windholz das Nichtraucherschutz-Gesetz viel zu übertrieben: „Man sollte als Gastronom selbst frei entscheiden können, welche Gäste man in seinem Lokal haben will. Ob Raucher, Nichtraucher oder beide mit getrennten Räumen.“

„Die Politik soll klar Stellung beziehen“

Monika Vollath, Wirtin des Rathausstüberls und selbst Raucherin, findet ebenfalls: „Der Nichtraucherschutz wird schon ein bisschen auf die Spitze getrieben. Dann sollen sie gleich ein generelles Nichtraucher-Verbot beschließen.“

Viele Lokale hätten keine Probleme mit der Abtrennung und dem rauchfreien Zugang, wohl aber damit, dass der Nichtraucher-Bereich der größere Raum sein muss: „Man verliert viele Gäste, die an der Bar sitzen und rauchen wollen“, so Vollath.

Die derzeitige Lösung ist für sie nur eine halbherzige Entscheidung: „Die Politik soll klar Stellung beziehen. Wenn ein generelles Rauchverbot in Ländern, wie Italien funktioniert, wieso dann nicht bei uns?“ Fritz Etta (Geschäftsführer vom „Neusiedler“) kritisiert an der aktuellen Regelung: „Wir haben vorher schon umgebaut, und warten jetzt mal ab, in welcher Form wir betroffen sind. Es ist alles noch sehr unklar und niemand kann uns genaue Informationen geben.“

Projekt „rauchfreies Lokal“ gescheitert

Vor circa drei Jahren gab es noch von Vorbesitzer Jörg Gebauer den Versuch, das Lokal rauchfrei zu halten. „Die Leute rauchten vor der Türe, was zu Problemen führte, da sich die Anrainer beschwerten (zu laut) und viele Gäste ohne Zahlen und einfach gegangen sind“, berichtet Etta über die damaligen Erfahrungen.