Erstellt am 08. April 2015, 05:15

von Birgit Böhm-Ritter

Wohnen in Kaserne: „Nachfrage steigt wieder“. Mit einem neuen Planungskonzept will der Eigentümer MIGRA Interessenten am heimischen Wohnungsmarkt anlocken.

In das Neusiedler Kasernengebäude soll wieder Bewegung kommen. Ein neues Planungskonzept geht besser auf die heimischen Bedürfnisse am Wohnungsmarkt ein. Foto: Birgit Böhm-Ritter  |  NOEN, Birgit Böhm-Ritter
Wird aus einem Ladenhüter doch noch ein Erfolgsprojekt? Vor bereits neun Jahren hat die Wiener Wohnungsgesellschaft MIGRA die Berger-Kaserne in der Bezirkshauptstadt gekauft. Seitdem steht sie leer.

„Geplante Wohnungen waren zu groß und zu teuer“

Die Wiener hatten die Absicht aus dem denkmalgeschützten Gebäude ein Wohnhaus mit 90 Wohnungen zu machen. Das Schaubild auf der Informationstafel vor der Kaserne ist bereits vergilbt, so lange lag das Projekt auf Eis.

„Das Interesse war einfach zu gering. Die geplanten Wohnungen zu groß und zu teuer“, erklärt Manfred Wasner, Geschäftsführer der MIGRA. Nur für 30 Prozent der Wohnungen hätten sich Interessenten gemeldet, jedoch erst bei 70 Prozent hätte es eine Wohnbauförderung des Landes gegeben.

Nun soll das Projekt wieder belebt werden. Ein neues Planungskonzept sieht kleinere Wohnungen im Bereich von 50 bis 110 Quadratmetern vor. Damit sollen in die Kaserne nun 140 Wohnungen kommen. Kleinere Wohnungen als noch vor ein paar Jahren seien ein allgemeiner Trend.

Nachfrage im Großraum von Wien sei sehr groß

„Nicht nur am Land, sondern auch in Wien ist die durchschnittliche Wohnungsgröße aufgrund der Wirtschaftskrise geschrumpft,“ weiß Wasner. Er stellt jedoch unterschiedliche Bedürfnisse fest. „In Wien und in Graz hat ein Altbau eine gewisse Attraktivität. Hier ist man skeptisch.“

Dabei sei das Denkmalamt im Rahmen des Schutzes des Gesamtensembles bei der Planung immer sehr entgegenkommend gewesen und hätte etwa Wärmedämmungen und eingeschnittene Dachterrassen erlaubt.

Um den burgenländischen Bedürfnissen gerecht zu werden, hat sich die MIGRA einen burgenländischen Partner ins Boot geholt und ist mit einem weiteren im Gespräch. Genaueres dazu möchte Wasner nicht sagen.

Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass das neue Konzept besser ankommt: „Im Land gibt es viele Bestrebungen, das Projekt zum Abschluss zu bringen.“ Außerdem sei die Nachfrage im Großraum von Wien, zu dem auch Neusiedl am See und der „Speckgürtel“ Niederösterreichs zähle, gestiegen.

Die bereits eingeholten Baubewilligungen für einen Umbau der Neusiedler Kaserne sind abgelaufen und müssen bei einer Wiederaufnahme des Projektes neu eingeholt werden. Ab Mai soll damit begonnen werden: „Wir sind voller Hoffnung, dass wir das Projekt dann mit gesichertem Hintergrund weiter führen können“, betont Manfred Wasner.