Erstellt am 18. Juni 2014, 12:03

von Otto Havelka

Wohnprojekt: Nein vom Land. Bruckneudorf / Wegen der Nähe der Bahntrasse untersagt die Landesregierung ein Bauprojekt mit knapp hundert Wohneinheiten; Gemeinde hofft, dass Land doch noch einlenkt.

Auf den ehemaligen Bogoly-Gründen ist es zu laut für Wohnungen, sagt das Land. Fotos: NÖN  |  NOEN, NÖN
SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker fühlte sich „wie vom Blitz getroffen“: Auf dem ehemaligen Areal der Auto- und Motorradwerkstatt Bogoly dürfen wegen der Lärmbelästigung durch die Bahntrasse keine Wohnungen gebaut werden, teilte die Abteilung 8 für Straßen-, Maschinen- und Hochbau der burgenländischen Landesregierung kürzlich in einem Schreiben an die Gemeinde mit.

Grundstück wurde für Projekt eigens angekauft

Dabei wird auf dem Gelände zwischen Ärztezentrum, Bahnhof und Wohnhäusern bereits emsig gearbeitet. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) will dort rund neunzig „betreubare Wohnungen für Senioren, Startwohnungen und Wohnungen für Familien“ errichten, wird auf einer großen Projekttafel angekündigt.

Für dieses „Herzeige-Projekt“ hat die OSG das rund 5.500 Quadratmeter große Grundstück eigens angekauft, nachdem es von der Gemeinde entsprechend umgewidmet wurde.

Mit einem Veto der Landesregierung hatte freilich niemand gerechnet.

Dreiszker sieht Gefahr eines Scheiterns nicht gegeben

Bürgermeister Dreiszker versteht das überraschende „Nein“ nicht. „Es gibt etliche Wohnhäuser in der unmittelbaren Umgebung, die viel näher an der Bahn liegen. Soll ich dort einen Park um 120 Euro pro Quadratmeter machen?“ Außerdem sei mit der Absiedlung der Werkstatt eine wesentliche Lärmquelle beseitigt worden.

Nun hofft die Gemeinde auf ein Einlenken der Landesregierung. Für das ambitionierte Wohnprojekt, dessen Baustart noch dieses Jahr im Herbst erfolgen soll, wurden zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen wie etwa der Einbau von Lärmschutzfenstern eingereicht.

Die Gefahr, dass das Bauvorhaben scheitern könnte, sieht Dreiszker jedenfalls „nicht gegeben“. Die Infrastruktur sei nicht zuletzt aufgrund des naheliegenden Bahnhofs „perfekt“.

Die Kosten für die zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen müssen die OSG und damit die zukünftigen Mieter tragen.