Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Wohnungen statt Shops. FUSSGÄNGERZONE /  Frauenkirchner Handel wandert von der FUZO an den Stadtrand. Geschäftsleute über Entwicklung besorgt. Umwandlung in Wohnstraße in Diskussion.

Das Sportfachgeschäft Sattler am Beginn der Fußgängerzone behauptet sich seit 1984 in Frauenkirchen. Die nächste Generation - Conny Sattler mit Sohn Felix (im Bild) möchte das Geschäft übernehmen.  |  NOEN
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VON BIRGIT BÖHM-RITTER

FRAUENKIRCHEN / Geht man durch Frauenkirchens Fußgängerzone, dann könnte man meinen das Image der Einkaufsstadt stammt aus vergangenen Zeiten. Einige lehrstehende Geschäftslokale und kaum ein, zwei Personen, die durch die „Fuzo“ bummeln, prägen das Bild. Auf der anderen Seite das Einkaufszentrum am Stadtrand: Supermärkte, Drogeriemärkte, Textilien, Autohäuser, Tankstellen - ein Branchenmix, der immer noch Kunden aus der Region nach Frauenkirchen bringt. Da ist sich Tourismusobmann Sepp Sailer sicher: „Wie es früher üblich war, kommen auch heute die Käufer noch aus dem gesamten Seewinkel und auch aus den Gemeinden der Parndorfer Platte.“ Er spricht sogar von einer Steigerung der Frequenz um 25 Prozent in den letzten zehn Jahren. In Frauenkirchen gäbe es alles, was man brauche, auch selber kaufe er alles in der Stadtgemeinde ein.

Kaum Laufkundschaft und  leere Geschäftslokale

Geschäftsleute in der Fußgängerzone müssen allerdings Strategien entwickeln, um überleben zu können. „Wir haben uns schon vor vielen Jahren auf das Vereinsgeschäft spezialisiert, Laufkundschaft gibt es kaum“, sagt Paul Sattler, der bereits seit 1984 ein Sportgeschäft am Beginn der Fußgängerzone führt. Auch Irene Pinter-Kaintz betont, dass ihr Juweliergeschäft von der Stammkundschaft lebe. „Durchschlendern tut niemand“, sagt auch sie. Bürgermeister Josef Ziniel (SPÖ) weiß vom Problem. Die leeren Geschäftslokale würden aus zu hohen Mieten resultieren oder weil die jüngere Generation die Geschäfte ihrer Eltern nicht weiterführen möchte. Der Ortschef sieht lediglich eine Chance, um den Stadtkern nicht aussterben zu lassen: „Geschäftslokale wurden zu Wohnungen umgebaut. Das ist eine Möglichkeit, um Leute in den Stadtkern zu bringen.“ Auch Sepp Sailer spricht von der Fußgängerzone als zukünftige Wohnstraße mit einer beruhigten Zone: „Perfekt für Kinder oder zum Spazierengehen.“ Eine Belebung als Einkaufszone sieht er nicht: „Es wurde verabsäumt, die Fußgängerzone zu pushen.“ Ein Zugpferd würde fehlen, ohne Parkplätze und ohne Frequenz würde sich aber kein „Großer“ in die „Fuzo“ wagen. Potenzial habe die Fußgängerzone lediglich als Ruhepol, zum Beispiel für Touristen der Therme.