Erstellt am 25. Juni 2014, 11:41

von Katharina Zedlacher-Fink

„Wollen NTG neu ausrichten“. Neusiedler See Tourismus Gesellschaft (NTG) bleibt auch mit neuem Gesetz aktiv. Kleine Gemeinden noch unsicher über Zukunft ohne eigenen Tourismusverband.

»Wir planen auch innerhalb der NTG eine Neuausrichtung«, sagt Walter Gisch, Beiratsvorsitzender NTG  |  NOEN, BVZ
In einer außerordentlichen Generalversammlung im Frühjahr hatten die Gesellschafter der NTG – das sind die Tourismusverbände der Gemeinden rund um den Neusiedler See von Eisenstadt über die Leithaauen bis Pamhagen – eine Petition zum Erhalt der Verbände- und damit Gesellschafterstruktur der NTG verabschiedet.

„Die NTG stand nie zur Frage“

Diese übergaben sie an den Landtag und an das Präsidium des Burgenland Tourismus. Jetzt können die Gesellschafter aufatmen: „Die NTG stand nie zur Frage“, sagt Burgenlands Tourismusdirektor Mario Baier gegenüber der BVZ.

Das neue Tourismusgesetz sieht zwar ein Aus für die sechs Regionalverbände des Burgenlandes und für örtliche Tourismusverbände in Gemeinden mit weniger als 20.000 Nächtigungen pro Jahr vor, die NTG als Gesellschaft wird aber weiter bestehen.

„Unser Wunsch war und ist, dass die Verbandsstruktur und damit die Gesellschafterstruktur der NTG erhalten bleibt, weil die NTG gute Arbeit leistet“, sagt Walter Gisch, Beiratsvorsitzender der NTG.

Für viele wäre es das Ende der Verbände

Man führe ohnehin schon seit Ende des Vorjahres mit den Gemeinden und Gesellschaftern Gespräche. Ziel sei der Erhalt aller Gesellschafter. Geplant sei in diesem Zusammenhang auch innerhalb der NTG eine Neuausrichtung. Für viele Gemeinden im Bezirk bedeutet das neue Tourismusgesetz aufgrund der notwendigen jährlichen Nächtigungszahl das Ende ihrer eigenen Tourismusverbände.

Werner Friedl (SPÖ), Bürgermeister aus Zurndorf und Mitglied des Regionalverbandes Leithaauen Neusiedler See (gemeinsam mit Nickelsdorf, Pama, Gattendorf, Dt. Jahrndorf, Neudorf, Edelstal und Kittsee) will trotz Aus für den Regionalverband mit den Gemeinden auf freiwilliger Basis im Verband weiterarbeiten.

Markus Ulram: „Bin nicht glücklich“ 

„Wir sind keine klassischen Tourismusgemeinden und haben einen sanften Tourismus. Von der NTG profitieren wir nicht wirklich, unser Ansprechpartner ist und bleibt das Land“, so Friedl zur Zukunft der Gemeinden auf der Parndorfer Platte. Wenig Freude hat Halbturns Bürgermeister Markus Ulram (ÖVP) mit dem neuen Tourismusgesetz.

„Beim neuen Gesetz kommt der Tagestourismus, wie wir ihn in Halbturn sehr stark haben, nicht zur Geltung. Das Gesetz macht es nicht einfacher für kleine Gemeinden und ich sehe keine Verbesserung“, so Ulram kritisch. Er wolle weiter mit der NTG zusammenarbeiten und in den nächsten Monaten mit möglichen zukünftigen Partnern Gespräche führen.

„Wir müssen uns da natürlich auch über eine Aufteilung von finanziellen Verpflichtungen einig werden“, meint Ulram zu den Herausforderungen. Die Bürgermeister von Winden am See und Wallern im Burgenland, beide klar unter der jährlichen Nächtigungszahl von 20.000, wollen in den kommenden Monaten etwaige Lösungen evaluieren.