Erstellt am 01. Juni 2016, 10:31

von Birgit Böhm-Ritter

Zentrales Standesamt: Nicht alle wollen Verband. Bezirksgemeinden fassen derzeit Beschlüsse, damit ein gemeinsamer Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband ab 1. Jänner 2017 in Betrieb gehen kann.

Hochzeitspaare müssen vor ihrer Hochzeit zur Ehestandsermittlung zukünftig ins zentrale Standesamt nach Neusiedl am See.  |  NOEN, Shutterstock

In vielen Gemeinden steht derzeit der Punkt „Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband“ auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. So auch in Pamhagen, wo sich der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung für einen Beitritt zu einem im Bezirk zentralen Standesamt ausgesprochen hat. Ab 1. Jänner 2017 könnte dieser Verband in Neusiedl am See in Betrieb gehen. Damit würden die Gemeinden in Personenstandsangelegenheiten entlastet werden.

Genau darin sieht auch Bürgermeister Josef Tschida (ÖVP) den Vorteil des Verbandes: „Die Aufgaben, die Gemeinden zu erledigen haben, werden immer vielfältiger und komplexer. Der Standesamtsverband bietet einmal die Möglichkeit Aufgaben auszulagern.“

"Österreichweit längst Standard"

Was hierzulande nun nach und nach implementiert wird, ist österreichweit längst Standard. „Das Burgenland ist das einzige Bundesland, in dem es keine zentralen Standesamtsverbände gegeben hat“, erklärt Andaus Amtsleiterin Edith Nagy.

Die Einführung des zentralen Personenstandsregisters sei der Anlass gewesen, nun auch in Burgenland dahingehend aktiv zu werden. In anderen Bezirken wurden bereits positive Erfahrungen gemacht. „Um Fehlerquellen gering zu halten, sollen sich Spezialisten um die Personenstandsangelegenheiten kümmern. Das betrifft etwa Eheschließungen, Vaterschaftsanerkennungen, Geburten und Sterbefälle.

"Für Bürger ändert sich kaum etwas"

Vor allem Eheschließungen zwischen Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind oft kompliziert“, weiß Nagy. Für den Bürger wird sich kaum etwas ändern. Urkunden sind weiterhin am örtlichen Gemeindeamt zu bekommen. „Nur Hochzeitspaare müssen für die Ehestandsermittlung dann nach Neusiedl fahren und dort eine Unterschrift leisten.“

Nicht alle Gemeinden sehen für sich Vorteile durch den Verband. Sankt Andrä und Kittsee werden vorerst nicht beitreten. „Momentan sehe ich keinen Bedarf, weil wir personell sehr gut besetzt sind. Man kann ohnehin jederzeit dem Verband beitreten, sollte sich die Situation ändern“, sagt Sankt Andräs Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ).

Sankt Andrä und Kittsee sehen keinen Bedarf

Auch in Kittsee bleibt man beim Status quo: „Kittsee ist eine große Gemeinde, es wird tagtäglich im örtlichen Standesamt gearbeitet, sodass der Bedarf, sich einem Standesamtverband anzuschließen, nicht gegeben ist. Für kleine Standesämter ist der Verband bestimmt eine gut funktionierende Sache, aber in Kittsee haben wir standesamtlich viel zu tun. Somit ist für Kittsee ein zusätzlicher Beitritt in einem Standesamtverein nicht zwingend notwendig“,sagt Amtsleiterin Heide Fabsich.