Erstellt am 30. November 2011, 08:19

Zentrum: „Mittelmäßig“. CITY-CHECK / Ein Gutachterteam nahm die Innenstadt von Neusiedl am See für die Wirtschaftskammer unter die Lupe.

Durwachsenes Ergebnis. Der „City-Check“ eines Gutachterteams brachte für das Zentrum von Neusiedl am See ein „mittelmäßiges“ Ergebnis in allen drei Bewertungskriterien. ZVG  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Das Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalentwicklung und für Marketing im öffentlichen Sektor (CIMA) hat die Zentren der Bezirksvororte im Burgenland gecheckt. Die Innenstadt von Neusiedl am See erhielt dabei ein durchwachsen mittelmäßiges Ergebnis.

Die Kriterien Ambiente, Branchenmix und Infrastruktur wurden allesamt mit der Schulnote 3 bewertet. Kritisiert wurde vor allem das Verkehrsaufkommen und Bereiche ohne größere Freiflächen sorgten für Kritik. Gelobt wurde die Sauberkeit.

Als großes Problem hingegen empfanden die Tester das weit verstreute Angebot an Einkaufsmöglichkeiten , das Gastronomieangebot hingegen überzeugte. Bei der Infrastruktur gab es zwei Mal die Note „Sehr gut“: Diese wurde für die Beleuchtung und das Park-Leitsystem vergeben. „Solche Bewertungen sind unheimlich subjektiv. Aber wir freuen uns, dass das Park-Leitsystem, welches auch ein Bestreben der Stadtwirtschaft war und die Beleuchtung, die die Stadtgemeinde umgesetzt hat, gut benotet wurden“, sagt Franz Hess, Obmann der Neusiedler Stadtwirtschaft. Neusiedl am See stünde im Vergleich zu anderen gut da, doch die Gemeinde sei gefordert, den Stellenwert der Innenstadt zu stärken, so Hess.

Auch müsse Klartext gesprochen werden, was das seit über fünf Jahren geplante Shoppingcenter in Neusiedl am See (das gegenüber dem Outletcenter Parndorf entstehen soll, Anmerkung der Redaktion, bis dato aber nicht realisiert wurde) betreffe: „In der Innenstadt traut sich keiner mehr etwas zu investieren. Die Geschäftsleute sind unsicher.“ Vor allen Dingen sei die Politik in Österreich stärker in Sachen Raumplanung gefordert, meint der Unternehmer: „In Österreich gibt es 1,7 Quadratmeter Supermarkt pro Einwohner, in Frankreich sind es nur 0,7 Quadratmeter pro Einwohner. Österreich hat europaweit die größte Dichte an Verkaufsflächen.“

Ebenso tritt er für einen Kommunalsteuerausgleich ein, denn laut Hess ist es unverständlich, dass der Verkehr, den das Outletcenter verursacht, die gesamte Region belastet: „Das gehört in richtige Bahnen gelenkt und auf die Region aufgeteilt.“

Qualität und gute Beratung seien neben einer großen Auswahl und günstigen Preisen bei einem Fachhändler selbstverständlich, da liege der Unterschied, der den Kunden klargemacht werden müsse, so Hess.