Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Zicksee: Pegel dramatisch. WASSERMANGEL / Der Wasserspiegel liegt einen Meter unter dem Niveau des Vorjahres. Die Gemeinde möchte Wasser in den See pumpen. Das birgt jedoch Gefahren.

 |  NOEN
x  |  NOEN

ST. ANDRÄ AM ZICKSEE / Die Situation ist dramatisch: Der Zicksee droht diesen Sommer auszutrocknen, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. „Der Wasserstand liegt einen Meter unter dem Pegel des vergangenen Jahres“, sagt Bürgermeister Erich Goldenits (SPÖ). Verantwortlich für diese Situation sei der geringe Niederschlag seit dem Herbst. „Die Verdunstung des Wassers war wesentlich höher als der Niederschlag“, erklärt er weiter. Am Montag gab es in der Gemeinde einen „Runden Tisch“ mit den Verantwortlichen der zuständigen Behörden. An einer Lösung wird nun gearbeitet. Es werde einen Versuch geben, Fließwasser in den See zu pumpen, um den Pegelstand wenigstens halten zu können und auch um die Wasserqualität zu verbessern.

Der zuständige Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) weiß, um das sensible Thema. Immerhin hänge der Tourismus der Gemeinde an dem See. Er kennt aber auch die Sorge der Wasserwirtschaft: Wird zu viel Wasser aus den Brunnen des Gebiets abgepumpt, leidet der Grundwasserspiegel der umliegenden Gemeinden. Besonders betroffen wäre Frauenkirchen.

Gefahr: Zu viel Süßwasser  macht See „undicht“

Ein weiteres Problem ist die Anreicherung des Zicksees mit zu viel Süßwasser. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass die Salzkruste des Sees brüchig wird und das Wasser versickert.

Ein Teufelskreis also: Je mehr Süßwasser in den See gepumpt wird, desto eher verliert der See seine Dichtheit und das Wasser versickert wieder im Boden.

Am Dienstag tagten die Verantwortlichen der Landesregierung Abteilung 9 (Hauptreferat Wasser- und Abfallwirtschaft), die Gemeindevertreter und Landesrat Liegenfeld zur Problematik des Zicksees. Das Ergebnis war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.