Erstellt am 29. Juni 2011, 07:13

Zu viele Gänse ärgern die Gäste im Seebad. VERSCHMUTZUNG / Die Liegewiese im Podersdorfer Seebad ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei Gänsefamilien.

Mittlerweile eine Plage. Die zahlreichen Gänse im Podersdorfer Seebad verschmutzen die Liegewiese der Gäste. Die Marktgemeinde hat noch keine Lösung gefunden, gibt aber die Suche nicht auf. SCHEIDL  |  NOEN
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VON PIA REITER

PODERSDORF AM SEE / Podersdorf am See hat derzeit ein tierisches Problem: In der Seebadanlage des beliebten Tourismusortes tummeln sich unzählige Wildgänsefamilien. Sehr zum Ärger mancher Touristen. Denn hunderte Tiere frequentieren und verschmutzen auch die Liegewiesen in der Anlage. Laut Bürgermeister Andreas Steiner waren es noch nie so viele wie in diesem Jahr und deshalb ein „ernstes Problem“ für die Seewinkelgemeinde: „Uns sind praktisch die Hände gebunden. Wir haben bis jetzt noch keine brauchbare Lösung gefunden.“ Denn ein Zaun - wie in Illmitz bereits aufgestellt - würde in Podersdorf am See nicht in Frage kommen, dazu sei der Strand mit drei Kilometern Länge einfach zu groß. Auch das Vertreiben mittels Schreckschusspistolen sei kein vernünftiger Weg und würde außerdem nur den Naturschutz auf den Plan rufen, so der Ortschef. Sogar Windelhosen für die Gänse hätte man überlegt. „Dazu sind es aber zu viele. Die Graugänse haben keine natürlichen Feinde. Und unsere Gäste sind zweigeteilt: Die einen freuen sich über die Tiere und füttern sie sogar, die anderen regen sich über den Schmutz auf“, sagt Steiner. Alois Lang vom Nationalpark Neusiedlersee - Seewinkel weiß, warum sich die Vögel so gerne auf den Wiesen im Strandbad aufhalten: „Die Wiesen in der Seebadanlage Podersdorf sind Paradies für Gänse, weil sie gepflegt und gegossen werden und in der Dämmerung morgens und abends niemand dort unterwegs ist.“

Jagd auf Wildgänse erlaubt,  nur im Seebad nicht zulässig

 

Der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See ist das „Gänse-Problem“ ebenfalls bekannt. Doch die Überpopulation durch die Jagd auf die Gänse zu lösen ist schwierig: Drei Gattungen von Wildgänsen unterliegen laut Ljuba Szinovatz gewissen Schonzeitbestimmungen. Nach dem burgenländischen Jagdgesetz ist von 1. Februar bis 31. Juli der Abschuss der Tiere verboten. Doch das heißt nicht, dass die Gänse in der restlichen Zeit gejagt werden dürfen. „Das Seebad in Podersdorf am See ist eine öffentliche Anlage. Laut Verordnung ruht dort die Jagd. Denn überall, wo sich Leute aufhalten, ist Schießen nicht zulässig“, erklärt Szinovatz.

In drei Wochen löst sich das  Problem von selbst

 

„Wir müssen das in den Griff kriegen. In drei Wochen löst sich das Problem aber von selbst, dann sind die jungen Tiere größer und die Gänse sind dann weg“, meint Bürgermeister Steiner.