Erstellt am 15. April 2015, 09:59

von Theresa Gsellmann

Krähen sorgen für Unmut. Damit Vögel zum Abschuss freigegeben werden können, muss Ansuchen bei Landesregierung eingereicht werden. Ein schriftlicher Antrag fehlt bisher.

Krähenkolonien in Zurndorf und Illmitz machen Anrainer, Jägern, Bauern und Politikern das Leben schwer.  |  NOEN, Theresa Gsellmann

Anrainer beschweren sich über den Lärm, den riesige Krähenkolonien in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnungen verursachen, Bio-Bauern stößt sauer auf, dass die Vögel ihr bestes Saatgut herauspicken und fressen und den Jägern machen die Krähen das Leben schwer, weil kleine Hasen, Rebhühner und Fasane zu ihrer begehrten Beute gehören.

SP-Landtagsabgeordneter und Zurndorf Bürgermeister Werner Friedl und Alois Wegleitner, SP-Bürgermeister von Illmitz, zeigten bei einer Pressekonferenz auf, was die Tiere anrichten. Friedl macht VP-Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld verantwortlich dafür, dass nichts gegen die Plage unternommen werde.

In letzten Jahren "nur ein Bruchteil" geschossen

Eine Regelung der Landesregierung besagt, dass Krähen nur nach Freigabe eines entsprechenden Ansuchens zum Abschuss freigegeben werden können.

Aus dessen Büro heißt es: „In der Naturschutzabteilung ist heuer noch kein Ansuchen für die Abschussfreigabe von Krähen eingegangen“, sagt Liegenfelds Pressesprecher Leopold Sommer. Es gebe seit zehn Jahren ein Monitoring-Projekt, in dem die Anzahl der Krähen erhoben werde. In den letzten Jahren wurden jeweils eine bestimmte Anzahl von Vögeln zum Abschuss freigegeben, „geschossen wurde aber nur ein Bruchteil“, sagt Sommer.

Einen schriftlichen Antrag habe er nicht eingebracht, räumt Friedl ein, „davon habe ich nichts gewusst. Er habe sein Anliegen nur mündlich vorgebracht und auf Erledigung gehofft. Auf alle Fälle wolle er weiter dran bleiben, „ich habe den Leidtragenden etwas versprochen und das halte ich auch ein“.