Erstellt am 12. August 2015, 13:44

von APA Red

Zweieinhalb Jahre unbedingt für Bankomatdiebstahl. Mit einem Schuldspruch hat am Mittwoch in Eisenstadt der Prozess um den im August 2014 in Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) verübten Bankomatdiebstahl geendet.

 |  NOEN, ROBERT PARIGGER (APA (Archiv/Parigger))
Nach dem Diebstahl eines Bankomaten mit 73.000 Euro Inhalt im August des Vorjahres in Podersdorf ist am Mittwoch einer der mutmaßlichen Täter in Eisenstadt vor Gericht gestanden.

Ein Schöffensenat verurteilte den 43-Jährigen, der sich in diesem Punkt schuldig bekannte, zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft und 1.000 Euro Schadenersatz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Angeklagter stritt ab: "Ich war nicht dabei"

"Ja, da war ich beteiligt", gab der Angeklagte vor Gericht zu, bei dem Coup vor einem Jahr mitgemacht zu haben. "Gegen Mitternacht sind wir von Pressburg mit zwei Wagen losgefahren", schilderte er die Stunden vor der Tat, die gegen 3.00 Uhr verübt wurde. Zuvor habe er in der Nähe einer Tankstelle gewartet.

Nicht wie bisher angenommen drei, sondern vier Täter hätten den Einbruch und den Bankomatendiebstahl begangen, erzählte der 43-Jährige. Bei der Tat wurden zwei Autos verwendet. Eines davon, ein schwarzer Audi A6, wurde im Mai 2014 in Laakirchen (Oberösterreich) gestohlen.

An der Nackenstütze des Beifahrersitzes fanden Ermittler DNA-Spuren, die den Angeklagten belasteten. "Ich war nicht dabei, und darum habe ich die Tat nicht begangen", bestritt dieser eine Mittäterschaft beim Pkw-Diebstahl und erklärte die Spuren damit, dass er in der Tatnacht am Weg nach Podersdorf Beifahrer in dem Wagen gewesen sei.

Mit den beiden Audis ging es in der Nacht ins Burgenland. In Podersdorf seien zwei Komplizen Richtung Ortsgebiet gefahren und nach einer Viertelstunde zurückgekehrt, während er als Beifahrer mit einem weiteren Mittäter gleich zum Spar-Markt gefahren seien, schilderte der Angeklagte.

Bei der Beschädigung zweier Polizeiautos in Podersdorf, denen die Vorderreifen zerstochen wurden, um eine Verfolgung zu vereiteln, sei er nicht dabei gewesen, sagte der Slowake aus.

Aus "Angst" Komplizen-Namen verschwiegen

Mit einem der Audis wurde dann die Foyertüre des Marktes eingedrückt. Danach legten die Täter eine Kette um den Bankomat und rissen diesen mithilfe des Wagens aus der Verankerung. Der Bankomat wurde in den schwarzen A6 verladen. Der Fahrer, der bereits verurteilte Slowake, kam jedoch nicht weit. Er wurde nach einer Verfolgungsjagd auf der Nordostautobahn (A6) gefasst, nachdem er noch versucht hatte, zu Fuß zu entkommen.

Mit der Beute waren auch die 5.000 Euro verloren, die der Angeklagte für seine Teilnahme am Coup bekommen sollte, wie er dem Gericht schilderte. Auch der in der Steiermark inhaftierte, im Jänner zu 33 Monaten verurteilte Mittäter wurde befragt, gab sich aber wenig auskunftsfreudig.

Auf die Frage nach den Namen der zwei unbekannten Komplizen schwieg der 43-Jährige, "weil ich Angst habe". Lediglich, dass sie sich in der Slowakei aufhielten, war ihm zu entlocken. Ein Spar-Mitarbeiter sagte über den Zustand des Geschäfts nach dem Einbruch: "Dort hat es ausgeschaut wie Sodom und Gomorra." Vier Personen hätten sieben Stunden gebraucht, um die Ordnung wieder herzustellen.

Der Schöffensenat (Vorsitz: Birgit Falb) sprach den Angeklagten schuldig und verurteilte ihn zur Zahlung von 1.000 Euro an die Firma Spar. Was den Autodiebstahl und die beschädigten Polizeiautos betreffe, sei eine Beteiligung des 43-Jährigen nicht mit der gebotenen Sicherheit festzustellen gewesen: "Dazu ist die Suppe zu dünn", meinte die Richterin. Deshalb sei in diesen zwei Punkten ein Freispruch im Zweifel erfolgt.

Als mildernd wertete die Senatsvorsitzende das Geständnis zum Bankomatdiebstahl. Erschwerend sei die Erfüllung mehrfacher Qualifikationen zu berücksichtigen gewesen. Der 43-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.