Erstellt am 05. Dezember 2012, 09:17

10 Jahre für bessere Sicht. Krankenhaus / Die Augentagesklinik am Krankenhaus Oberpullendorf feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Sie ist spezialisiert auf Katarakt-Operationen und Netzhautleiden.

Feierten das 10. Jubiläum der Tagesklinik für Augenheilkunde: Josef Leitner, Peter Datlinger, Elisabeth Gratzer und Landesrat Peter Rezar.  |  NOEN

OBERPULLENDORF / Knapp 5.700 Katarakt-Operationen (Grauer Star) wurden seit der Installierung der Tagesklinik für Augenheilkunde am Krankenhaus Oberpullendorf vor zehn Jahren durchgeführt. Die Diagnose und Behandlung von Netzhautleiden und die moderne minimal invasive Operationstechnik beim Grauen Star sind die Schwerpunkte der Abteilung. Beim Grauen Star kommt es zu einer Brechkraftänderung der Linse mit zunehmender Kurzsichtigkeit, die Patienten sehen oft wie durch einen Schleier. Während Josef Leitner mehr als 500 Patienten jährlich mit Linsenimplantationen bei grauem Star hilft, führt Peter Datlinger mehr als 700 operative Eingriffe bei Netzhautleiden durch. Ein häufiges Netzhautleiden ist die altersbedingte Makuladegeneration, bei der es durch Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhautmitte zu Vernarbungen der Makula, der schärfsten Stelle des Sehens und damit zu einer beträchtlichen Verminderung des Sehvermögens bis zur Erblindung kommt. Die Anschaffung eines neuen Patern Scan Lasers - kurz Pascal genannt - rermöglicht im Krankenhaus die Therapie nach Netzhautveränderungen bei Diabetes melitus, retinalen Gefäßverschlüssen, Ödemen der Netzhautmitte oder Netzhautdefekten. Seit 2006 wird in Oberpullendorf bei altersbedingten Makuladegenerationen auch eine Therapie angeboten, die durch die Injektion eines Antikörpers in den Glaskörperraum des Auges, die das Wachstum neu und irregulär gebildeter Blutgefäße bremst oder verhindert. „Bis zu 95 Prozent der Patienten sprechen auf Therapie an und bleiben in Sehleistung stabil, bei mehr als einem Drittel kann sogar eine deutliche Sehverbesserung erzielt werden“, berichtet Datlinger. Und Leitner ergänzt: „Wir haben uns auf einem hohen Niveau stabilisiert, sowohl was die Qualität wie auch die Zahlen betrifft.“

„Wartezeiten zeigen Qualitätsadresse“ 

Gesundheitslandesrat Peter Rezar verweist in diesem Zusammenhang auf die Patientenströme hin, die weit über das Bundesland hinausgehen: „Die OP-Zahlen sprechen Bände. Leider haben wir Wartezeiten, das zeigt aber auch, dass es eine Qualitätsadresse ist, wo sich auch Patienten aus anderen Bundesländern anmelden.“

Nahtstellenmanagement mit Vorbildfunktion 

Einen wichtigen Punkt für die Qualität sieht Rezar einerseits in der bundesländerübergreifenden Kooperation mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, andererseits durch die Kooperation mit niedergelassenen Fachärzten, zu denen Leitner und Datlinger selbst zählen. Denn Erstuntersuchung, Anmeldung für Operationen und Nachbehandlung erfolgen außerhalb des Krankenhauses. „Unser Personal ist geschult und weiß genau, bei welchen Symptomen sofort ein Termin nötig ist. Damit braucht es nur eine Woche von der Diagnose bis zur Therapie“, weist auch Leitner auf die Vorteile der Doppelfunktion „Spitalsarzt/niedergelassener Arzt“ hin. Rezar dazu: „Lange bevor Experten das Wort Nahtstellenmanagement buchstabieren konnten, haben wir das schon umgesetzt.“